Zum Glühen bringen
Wo liegen die Grenzen der Kunst? Gibt es überhaupt etwas «außerhalb» von Kunst? Kunst ist frei. Ist sie vielleicht so frei, dass keine Definition sie erwischen kann? Um darüber nachzudenken, wann Kunst sich nicht mehr Kunst nennen darf, wäre ja vorerst tatsächlich zu klären: Was ist denn Kunst? Ich muss an meinen Patenonkel denken, der auf die Frage: «Was ist Tragik?», antwortete: «Weeßte, meene Kleene, bei die Fraje übakommt mich ümma son jewisset Unbehajen ...» – Ja, man ahnt bei der Frage das bevorstehende Scheitern, sollte man sich an einer Antwort versuchen.
Die Sehnsucht nach einer Formel für Kunst ist so gewaltig, dass sie zum Verzweifeln taugt; steht doch ein hungernder Kunstmarkt fingernagelkratzend vor der Tür auf der Suche nach bestem frischem Fleisch, erhoffen sich doch so viele Kreative, endlich etwas Relevantes hervorzubringen, um ihre bisherige Bedeutungslosigkeit für immer verblassen zu lassen. Es ist ein hartes Brot. Die Kunst. So viel ist sicher. Da ich auf meinem persönlichen künstlerischen Zweifelbrot lieber still und heimlich herumnage, werde ich nicht aus der erschaffenden, sondern aus der beobachtenden Position heraus versuchen, den verfluchten Begriff der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2016
Rubrik: Grenzen der Kunstfreiheit, Seite 115
von Daniela Löffner
Ursprünglich wollte Toshiki Okada Filme machen. Doch nach einer ersten erfolgreichen Theaterregie-Erfahrung mit befreundeten Studierenden gründete er 1997 die Theaterkompanie chelfitsch (Babysprache für das englische «selfish» – also selbstsüchtig, egoistisch). Seitdem schreibt er in seiner Doppelfunktion als Autor- und Regisseur-in-Residence für chelfitsch und...
Sein erstes Jahr im Ensemble des Deutschen Theaters Berlin, an das er direkt nach der Schauspielschule kam, war schon mal nicht schlecht. Neben kleineren und mittelgroßen Rollen bei Stephan Kimmig (Marie in «Clavigo», Lempereur in «Unterwerfung») oder Christopher Rüping (Benvolio in «Romeo und Julia») hatte Marcel Kohler in Daniela Löffners Inszenierung «Väter und...
Impressum
Die Theaterzeitschrift
im 57. Jahrgang
Gegründet von
Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Herausgeber
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion
Eva Behrendt
Barbara Burckhardt
Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Redaktionsbüro
Martin Kraemer
Gestaltung
Christian Henjes
Designkonzept
Ludwig Wendt Art Direction
Redaktionsanschrift
Nestorstr. 8–9, 10709...
