Legenden des Leidens

Elfriede Jelinek war Christoph Schlingensief einer der «größten Künstler, die je gelebt haben». Das Theater Bremen zeigt nun die Uraufführung eines Stückes, das Jelinek einst für den Krebskranken schrieb: «Tod-krank.Doc»

Theater heute - Logo

Das Theater Bremen entwickelt sich zur Recyclinganstalt für Texte von Elfriede Jelinek: Im März inszenierte Alexander Riemenschneider die Uraufführung von «Aber sicher!», ein Abfallprodukt der Finanzkrisenkomödie «Die Kontrakte des Kaufmanns», jetzt richtete Mirko Borscht die Uraufführung von «Tod-krank.Doc» ein, geschrieben ursprünglich für Christoph Schlingensiefs Ready-made-Oper «Mea Culpa».

Die Theaterlegende Jelinek hatte ihr jüngstes älteres Stück ursprünglich einer anderen Theaterlegende auf den todkranken Leib geschrieben: dem 2010 verstorbenen Christoph Schlingensief. Nachdem bei ihm Lungenkrebs diagnostiziert worden war, hatte er sein Leiden offensiv in seiner Kunst thematisiert: zunächst in dem szenischen Bericht «Der Zwischenstand der Dinge», dann in dem Fluxus-Oratorium «Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir», schließlich in der Ready-made-Oper «Mea Culpa». Für diesen Abschluss der Triologie war «Tod-krank.Doc» gedacht, doch Schlingensief verwendete nur einzelne Sätze. Jelinek sperrte sich fortan gegen eine Uraufführung durch einen anderen Regisseur. Nur Karin Beier durfte 2010 ein Teilstück für ihre vielgepriesene Produktion «Das Werk/ Im Bus / Ein Sturz» am ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Januar 2014
Rubrik: Starts/Aufführungen, Seite 22
von Tobias Becker

Weitere Beiträge
Premieren im Januar · On Tour

Aachen, Theater
9. Stockmann, Der Mann der die Welt aß
R. Roland Hüve
10. Ibsen, Nora oder Ein Puppenheim
R. Lilli-Hannah Hoepner
18. Jelinek, FaustIn and Out
R. Ludger Engels

Aalen, Theater der Stadt
25. Ibsen, Ein Volksfeind
R. Tonio Kleinknecht

Altenburg/Gera, TPT
31. Becker, Die im Dunkeln (U)
R. Bernhard Stengele

Anklam, Vorpommersche Landesbühne
25. Soyfer, Der...

Impressum

P { margin-bottom: 0.21cm; }Impressum

Theater heute
Die Theaterzeitschrift im 55. Jahrgang Gegründet von Erhard Friedrich und Henning Rischbieter

Herausgeber: Der Theaterverlag – Friedrich Berlin

Redaktion: Eva Behrendt, Barbara Burckhardt, Franz Wille (V.i.S.d.P.)

Mitarbeit: Marion Schamuthe

Gestaltung: Christian Henjes

Designkonzept: Ludwig Wendt Art Direction

Re...

Das Wunder der Rose

Showtime, Swingtime, Steptime. Gleich könnten Fred Astaire, Ginger Rogers, Cyd Charisse und Gene Kelly hereintänzeln. Dann aber erscheinen ein Mister Pink (Henry Meyer) und eine ballet­töse Madame Cécile (Elisabeth Kopp), die wir lieber Mademoiselle nennen würden, wenn sie mit leichter Hand das Wunder der Rose vollbringt. Um sie her, im Malersaal des Theaters...