Girlsgang zum Dritten: Nora Abdel-Maksoud, Abak Safaei-Rad, Svenja Liesau und Suna Gürler in Sibylle Bergs «Nach uns das All» am Gorki Theater Berlin; Foto: Ute Langkafel

Selbstermächtigung in Serie

Am Berliner Gorki Theater empowert Yael Ronen eine «Roma Armee» und Sibylle Berg befraut eine Mars-Rakete, in Göttingen kritisiert sich Rebekka Kricheldorfs «Fräulein Agnes» ins soziale Abseits

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Inzwischen läuft die Form verdächtig rund: Man nehme eine marginalisierte Gruppe, sammle dann die negativen Zuschreibungen und einschlägigen Klischees, verbinde das Ganze mit einer Prise persönlichem Soulsearching der beteiligten Schauspieler und Projektmitglieder, füge ein paar beispielhafte Spielsituationen hinzu, wende alles in überlegener Ironie, würze mit einer deftigen Portion Betroffenheit, flambiere am Ende in positiver Aufbruchsstimmung – und fertig ist die perfekte Empowerment-Show, die niemandem weh tut.

Allgemeine Zustimmung ist schon deshalb garantiert, weil die jeweilige Community in bewegter Selbstfeier frenetisch reagiert und alle anderen sowieso nichts dagegen haben können, sofern sie sich nicht unter verschärften Rassismusverdacht stellen wollen: die klassische Solidaritätsapplausmaschine.

Yael Ronen, einst widerständige Pionierin des Genres, die mit Inszenierungen wie «Common Ground» oder «The Situation» die postjugoslawischen oder nahöstlichen ethnischen und politischen Verhältnisse in verwirrende Täter/Opfer-Strudel gerissen hatte, zeigt gerade am Berliner Gorki Theater, wie eine unvorhersehbare Dramaturgie zum Rezept werden kann. Nie waren sich Engagement ...

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Theater heute November 2017
Rubrik: Neue Stücke, Seite 24
von Franz Wille

Weitere Beiträge
Rebekka Kricheldorf: Fräulein Agnes

Personen


Agnes, zwischen 40 und 45
Fanny, zwischen 45 und 50
Orlando, zwischen 20 und 25
Sascha, zwischen 25 und 30
Annabelle, zwischen 20 und 25
Cordula, zwischen 20 und 25
Adrian, zwischen 45 und 50
Elias, zwischen 20 und 25

Ort

Eine Altbauwohnung


Zeit

Ein Wochenende


Dieses Werk ist eine Auftragsarbeit des Deutschen Theaters Göttingen.


«Mes yeux sont trop blessés; et...

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