Vom Wunsch, einen Schwan zu essen

Andryi Zholdak nach Strindberg «Traumspiele»

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Die Arbeit des Andryi Zholdak, Direktor des Staatlichen Schwetschenko-Theaters in Charkow, einer Stadt, die man aus Tolstoj-Romanen bestens zu kennen glaubt, und Träger des Unesco-Regiepreises, wird gemeinhin als «Theaterwunder» bezeichnet. Muss man also mal unter die Lupe nehmen. Herr Zholdak stammt aus einer «Intellektuellenfamilie der Ukraine», wie es in allen Zholdak-Beschreibungen heißt, was stutzig macht.

Sind Intellektuelle in der Ukraine eine Besonderheit? Oder ist es so selten, dass Theatermacher aus Intellektuellenfamilien stammen? Gut, Christoph Schlingensief stammt aus einer Apothekerfamilie, das haben wir auch schon oft genug gehört, aber Igor Bauersima stammt zum Beispiel auch aus einer Intellektuellenfamilie, und das steht auch nicht in jedem Programmheft. Die Frage ist ja auch eher: Was für eine Art Theaterwunder macht nun Herr Zholdak, dass es so besonders wichtig ist, seine intellektuelle Herkunft herauszustreichen? Ach ja, wie jeder große Theaterintellektuelle bringt Herr Zholdak natürlich auch eine wunderschöne junge Frau (Gattin? Tochter?) mit sich, nämlich Victoria Zholdak (oder heißen in der Ukraine etwa alle Zholdak?), die das Luzerner Ensemble in seinem ...

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Theater heute April 2005
Rubrik: Chronik, Seite 34
von Simone Meier

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