Das Leben, ein Schnittplatz?
So ließe sich ein gepflegter Abend für Architekten an: «Lieber Kino als Essen». Verköstigungen sind gut, doch kalorienfrei ist besser. Leider trifft sich der filmische Geschmack von Aniela und Hugo nicht im Geringsten mit den Vorlieben des Dritten im Bunde: Jannis ist Statiker und Hobby-Cineast mit einem ausgeprägten Sinn für gehobenen Splatter à la Tarantino, Lynch und Scorsese. Und mit Jannis landen die Architektenfreunde statt in kulinarischen Kinogefilden in einem gänzlich unappetitlichen Schocker.
Silvio Huonders fünftes Theaterstück «Kino» ist anspielungsreich untertitelt mit «Das Leben ein Film». Und wenn der Film, um den sich der Abend dreht, ein Schocker ist, sollte es das Leben dann genauso sein? Hugo hat bei seinem neuesten Bauprojekt statische Vorgaben missachtet und drängt nun Jannis dazu, seine Unterlagen stillschweigend abzuzeichnen. Erschwerend kommt hinzu, dass dieser von ihm beruflich abhängig ist. Aniela, die mit Jannis seit vier Jahren liiert ist, aber immer noch getrennt wohnt, will gerade zum zweiten Mal ein Kind der beiden «wegmachen» lassen. Die Filmgourmets sind im realen Leben wenig zimperlich. Vom Schocker bleiben sie jedoch weit entfernt. Allenfalls ...
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Die Szene sieht stark nach Geisterbahn aus und könnte so auch als «Haunted House» in Disneyland durchgehen. Oder als Setting eines gruseligen Computerspiels. Ein langer Tisch zieht sich über die volle Bühnenbreite, an dessen oberen Enden zwei grotesk aussehende fette Kinder sitzen – links ein in schrilles Gelb gewandetes Mädchen (Corinna Beilharz) und gegenüber ein...
Geschlossen» signalisieren wuchtig schwarze Lettern auf dem Vorhang. Doch die Drohgebärde gilt, gelegentlich aufflackernden Prophezeiungen zum Trotz, nicht dem liebenswert winzigen Theaterchen mit seinen knapp 300 Plätzen zu Füßen der Heideksburg. Gemeint ist ein ehemaliger Schweinestall, irgendwo in einem gottverlassenen östlichen Landstrich, in Oliver Bukowskis...
Man könnte meinen, Katharina Schlender sei im Vorfeld ihres Stückes als Ermittlerin unterwegs gewesen und habe die Spuren eines tatsächlichen Mordfalles sichern wollen. Das Ganze ereignete sich 1999. Der Tote lag am Fuße der Göltschtalbrücke im Vogtland, und die Ermittlungsbehörden gingen zuerst einmal von Selbstmord aus. Sehr schnell wurde allerdings klar, dass...
