«Und dann beginn ich was Neues»

AEG heißt jetzt: «ArbeitsEnde: Gestern» und ist ein Theaterprojekt in Nürnberg. Eine Reportage vor Ort über die Wirklichkeit und was aus ihr geworden ist

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Nein, hatte Ozan vor zwei Jahren gesagt, er könne doch jetzt keinen Gemüseladen oder eine Döner-Bude in der Stadt aufmachen. Aber was solle er tun? Damals stampfte er bei diesen Sätzen mit den Füßen auf, vor Kälte und auch vor Wut. Die Hände streckte er in Richtung der Flammen, die aus den verrosteten, zu Öfen umgerüsteten Benzinfässern züngelten: «Auswandern vielleicht, nach Neuseeland», sagte er bei zehn Grad unter Null vor den verriegelten Werkstoren der AEG, «auf jeden Fall weg aus diesem Europa.

Aber wer will uns schon haben?» Ein Auto raste vorbei und grüßte wild hupend die Streikfront. Ozan winkte müde ins Leere zurück.

Der Großraum Nürnberg, der sich vollmundig «Metropolregion» getauft hat und doch so sehr an seinem fatalen Provinz-Image klebt, musste zwischen 1989 und 2006 im Industriebereich einen Rückgang von 89.000 auf 52.000 Beschäftigte verkraften (aktuell sind es noch einmal 10.000 weniger). Für Ozan, Sohn eines AEG-Arbeiters in Rente, selbst schon zwölf Jahre dort beschäftigt und Vater von drei Kindern sah es nicht gut aus im Streikwinter 2006.
   

Streiktourismus

Zu dritt standen sie an diesem Abend auf ihrem Posten vor dem Tor, durch das früher Hunderte von ...

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Theater heute Dezember 2008
Rubrik: Finanzmarkt Spezial, Seite 9
von Bernd Noack

Vergriffen
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