Zuschauer: Jürgen Flimm
Michael Merschmeier Die Kinder-Frage zuerst: Was war die erste Theateraufführung, an die Sie sich heute noch erinnern?
Jürgen Flimm Tatsächlich war das «Peterchens Mondfahrt» in Bergisch Gladbach im Theater «Der bergische Löwe». Ich bin mit einer Freundin der Familie – wir wohnten in Köln-Delbrück – dahin. Aber viel mehr weiß ich nicht.
MM Kam danach der Theaterjugendring?
Flimm Nein, denn mein Vater war Theaterarzt in den Kammerspielen am Ubierring, und der hat mich immer mitgenommen.
Ich hab sogar die ersten Beckett-Inszenierungen der Ära Oskar Fritz Schuh gesehen – Lucie Mannheim als Winnie in «Glückliche Tage»! Und vor den Aufführungen hat uns der Intendant Schuh erklärt, warum man solche Stücke wie die von Beckett spielen musste. Sehr eindrucksvoll.
MM An welche Schauspieler erinnern Sie sich, außer an Lucie Mannheim?
Flimm Hansjörg Felmy habe ich im Kindermärchen gesehen, auch Heinz Baumann, Thomas Holtzmann.
MM Haben Sie beim Schultheater mitgemacht?
Flimm Gab es auf meiner Schule kaum. Aber ich habe beim Laienspiel mitgemacht in der evangelischen Kirche bei uns in Köln-Delbrück. Ich habe zum Beispiel den Narren gegeben in «Was ihr wollt». Davon schwärmt man dort heute ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ich spiele auf Ihnen wie auf einem Instrument, die richtigen Töne werde ich irgendwann schon aus Ihnen herausbekommen. Ich verstehe, Sie sind also weder Hellseher noch Spekulant, Sie sind überhaupt unschuldig, haben Sie dem noch etwas hinzuzufügen? Fast erreicht und doch gescheitert, fast hätten wir die Bank saniert gehabt, wenn wir nicht gescheitert wären – sowas...
Die gute alte Brecht-Gardine hat sich auf deutschen Bühnen längst flächendeckend zum gern genutzten Raumkonzept aufgebläht: als verlängerter Zuschauerraum, Tonstudio, Probebühne, Theater-auf-dem-Theater-Setting, das die Vorgänge in Anführungszeichen setzt, als müsste man noch immer der Gefahr des romantischen Glotzens rigoros entgegenwirken; als wüchse die...
«Warum eigentlich immer die Türken?», fragt der vierzehnjährige türkische Junge hinter mir leise, dann verfällt er wieder – ebenso wie die restlichen Schüler dreier Schulformen (Haupt- und Realschule und Gymnasium) – in gebanntes Schweigen. Und das für eineinhalb Stunden im Theater. Hut ab.
«Dream Team» von Lutz Hübner schafft es, Jugendliche aus den verschiedensten...
