Zürich/Bern: Verlegenheitsritte
Ein Schwein rast durch Brüssel. Es ist nicht sicher, ob es ein Einzelschwein ist oder eine ganze Herde, noch nicht einmal, ob es das Schwein wirklich gibt oder ob es nicht doch ein Phantomschwein ist.
Aber es wirbelt Europas «Hauptstadt» im buchpreisgekrönten Roman von Robert Menasse gehörig auf – im Verbund mit einer Reihe weiterer mehr oder weniger durch- und einsichtiger Geschehnisse im Verlauf regnerischer Tage, dem präzisen Fehlschuss eines christlichen Untergrundkämpfers aus Polen etwa oder den nicht so präzisen Ideen für ein Europa-Jubiläum der Union, Ideen zur Überwindung der Nationalstaaten vor der mahnenden Folie von Auschwitz und als Kontrapunkt dazu ein zunehmend bedrohlich wirkender Demonstrationsaufmarsch des europäischen «Volks».
Die Perspektive wechselt fortwährend: Das macht viel vom Reiz in Menasses «Hauptstadt» aus, dass er wie in einem Kaleidoskop an einer Vielzahl von Orten eine Vielzahl Figuren durcheinander schüttelt. Für ein Theater wie das Neumarkt mit seinem kleinen Ensemble ist das eine Herausforderung – Tom Kühnel begegnet ihr in dieser Uraufführung mit heftiger Überzeichnung.
Da wird polnisch genäselt und österreichisch geknödelt, der Schweinezüchter ...
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Theater heute April 2018
Rubrik: Chronik, Seite 61
von Andreas Klaeui
Aachen,
Grenzlandtheater
25. Christa, Agilo und Dangl,
Winterrose
R. Udo Schürmer
Aalen, Theater der Stadt
14. Zeh, 203
R. Marcus Krone
28. nach von Bassewitz,
Auf zum Mond
R. Sigfried Hopp
Altenburg/Gera, TPT
22. Kling, Die Känguru-Chroniken
R. Alexander Flache (Gera)
Annaberg, Eduard-von-
Winterstein-Theater
8. Kleist, Das Käthchen von Heilbronn
oder Die Feuerprobe
R. Tamara...
Michael Merschmeier Wenn man die Strukturen mancher Ensembles und Theater-«Familien» durchleuchten würde, kämen viele recht einfache Abhängigkeitsverhältnisse zum Vorschein.
Hannelore Hoger Würde ich auch glauben. Ist eigentlich normal, dass im Berufsalltag auch Liebesverhältnisse entstehen. Die Besetzungscouch von Hollywood war allseits bekannt. Wenn man mit aufs...
Der Frosch wartet auf eine Verabredung zum Quatschen. Der Eisbär kocht, und das Zebra denkt über die Innendekoration nach. Man könnte mal wieder streichen, «vielleicht in Gelb? Mal was anderes». Eine kleine Auffrischung würde dem Zimmerchen tatsächlich guttun mit seinem gerade so nicht mehr coolen, angebräunten 1950er Look samt Furnierholz und Pannesamtsofa....
