«Wir haben die ganze Schönheit des Lebens in die Waagschale geworfen»

Was darf die Kunst? Markus & Markus

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Am 1. Mai 2014 starb Margot durch begleiteten Freitod in Basel. Wir, das Theaterkollektiv Markus & Markus, begleiteten sie bis zuletzt und standen auch dort mit unserer Kamera neben ihr, die uns wenige Wochen zuvor in ihrer Heimatstadt all ihren Bekannten als ihre Enkel vorgestellt hatte – und die sich soeben suizidiert hatte.

Die Polizei traf ein, und es dauerte nicht lange, und wir fanden uns in einer Verhörsituation wieder: «Ich frage sie jetzt noch einmal: Was war zuerst, der Sterbewunsch der Verstorbenen oder die Idee zu ihrem Theaterprojekt? Und wer ist hier auf wen zugegangen?» 

Diese Anekdote ist ein Versuch, das Ineinanderfallen von Kunst und Leben und Tod in unserer Arbeit «IBSEN: GESPENSTER» plastisch darzustellen. Auch unsere Rolle in dieser Verhörsituation ist sehr unklar. Sind wir KünstlerInnen, die ein Projekt über die Verstorbene machen? Sind wir mittlerweile sowas wie ihre FreundInnen, die sie begleiten? Dieses hat zur Folge, dass sich einige nicht nur fragen, wie man Menschen vor unserer Inszenierung schützen kann, sondern wie man sie aus menschlichen Gesichtspunkten vor uns in unserer Funktion als KünstlerInnen und Menschen schützen kann. Es geht um ...

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Theater heute Jahrbuch 2016
Rubrik: Grenzen der Kunstfreiheit, Seite 49
von Markus & Markus

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