Wir Glückspilze
In der belgischen Region Flandern leben gut sechs Millionen Menschen. Zählt man die Flamen in der Hauptstadt Brüssel dazu, kommt man auf eine Zahl, die in etwa der Bevölkerung Hessens und Bremens zusammen entspricht. Die flämische Gemeinschaft – also der Teil des belgischen Staates, der für die Kultur der niederländisch sprechenden Bevölkerung zuständig ist – unterstützt das flämische Theater mit 27 Millionen Euro im Jahr.
Insgesamt werden für Theater, Tanz, Musiktheater und multidisziplinäres Arbeiten 58 Millionen ausgegeben, was einem Bruchteil der Theatersubventionen in Hessen und Bremen entspricht. Trotzdem kommen aus Flandern seit 30 Jahren einige der größten Erneuerer und sensibelsten Vertreter des zeitgenössischen Theaters. Wie ist das möglich?
Am Geld liegt es offensichtlich nicht. Dass in Belgien überdurchschnittlich viele Genies an den Bäumen wachsen, ist unwahrscheinlich. Die Vermutung liegt nahe, dass der Erfolg systembedingt ist. Dass das flämische Theatersystem Produktionsstrukturen etabliert hat, die die Entfaltung bestimmter künstlerischer Qualitäten aufs Beste unterstützen. Auch wenn dieses System in Belgien selbst derzeit aus verschiedenen Gründen auf dem ...
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Theater heute Oktober 2011
Rubrik: Ausland, Seite 30
von Christiane Kühl
Sonntag, 2.
10.00, arte: Der Hässliche – von Marius von Mayenburg, mit Frédéric Cherboeuf, Delphine Cogniard u.a., Regie Denis Caiozzi. Aufzeichnung aus dem Théâtre de Grenoble (2011)
Montag, 3.
13.05, arte: Max Frisch, Citoyen – französischer Dokumentarfilm (2008) von Matthias von Gunten
16.15, arte: Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben – Fernsehfilm (2009) von Michael...
«Unsere Generation glaubt einfach nicht mehr, dass wir alle so verschieden sind, weil wir verschiedene Religionen, verschiedene Werte, verschiedene Kulturen und Nationalitäten haben. Wir wissen, dass wir alle dasselbe wollen (…) und dieselbe Sprache sprechen: Facebook!», verkündet die Deutsch-Iranerin Maryam Zaree am Ende von «The Day Before the Last Day». Na...
Zwölf Männer, halbnackt, in schwarzer Einheitsunterhose, eingesperrt in einen mit schwarzem Tuch ausgeschlagenen Innenhof. Fast alle sind jung, athletisch, zart. Sie befühlen und liebkosen sich. Dieses Venedig ist ein Knabeninternat. Und Internate taugen nicht für Idyllen. Also steht da plötzlich einer, den sie abstoßen, aus unerfindlichen Gründen. Ein kräftiger...
