Wien: Härtetest für eine Assistentin
Die Studiobühne des Burgtheaters, das Vestibül im linken Flügel des Haupthauses, ist ein denkbar schwieriger Theaterraum. Gegen die klassizistische Pracht der von Marmorsäulen gesäumten Wände muss man erst einmal anspielen, und für Raumgestaltungen, die das dominante Ambiente entschärfen könnten, ist zu wenig Platz. Eigentlich brutal, dass ausgerechnet das Vestibül die Spielwiese für die Assistentinnen und Assistenten des Burgtheaters ist. Wer es hier schafft, eine halbwegs theaterähnliche Atmosphäre zu erzeugen, muss wirklich talentiert sein.
Zuletzt hat sich die 30-jährige Passauerin Anna Stiepani, seit 2015 Regieassistentin an der Burg, dem Härtetest Vestibül unterzogen und «Beben» von Maria Milisavljevic inszeniert. Das Siegerstück des Heidelberger Stückemarkts 2016, im Vorjahr für das Mülheimer Stücke-Festival nominiert, ist ein dystopisches Vexierspiel ohne fest zugeschriebene Rollen, in dem verschiedene Handlungsstränge, Zeitebenen und Perspektiven gekonnt miteinander verschnitten sind.
Das Grollen, das ein Beben anzukündigen scheint, erweist sich als dunkles Vorzeichen eines Bürgerkriegs; in diesem wird ein Junge versehentlich von einem Soldaten erschossen. Die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute März 2019
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Wolfgang Kralicek
Während im neuen Jahr London seine Premieren im gewohnten Rhythmus ausspuckt, wird kein britischer Theatermensch bestreiten, dass das absurdeste Stück zur Zeit in Westminster spielt. Man sieht perplex auf die Parlament-Politfarce – die Londoner, die ja als Insel auf der Insel klar für «Remain» gestimmt hatten, vielleicht mit besonderer Galle. Und da Mrs. May die...
Einmal mehr am Ende eines Theaterabends die Frage, ob denn nun wirklich jeder Roman auch auf die Bühne gebracht werden muss, ob es da nicht eine ganz bewusst gesetzte Grenze zwischen der gekonnt komponierten Prosa und dem erzählenden Theater gibt und geben sollte. In diesem Fall geht es um das viel beachtete und wegen seiner komplizierten Verschränkung...
Du stehst auf einer Holzplanke, 80 Stockwerke über der Erde. Wacklige Knie, feuchte Hände. Du hast die Wahl. Gehen oder Erstarren? Richies Planke ist das einzige Erlebnis, das es Dir erlaubt, Objekte aus der wirklichen Welt in der virtuellen Welt zu klonen, und damit die Immersion zu steigern». So wirbt das australische Spielentwickler-Team «Toast» für sein...
