Wenn weiße Hemden fliegen
Unter Elisabeth Schweeger ist das Frankfurter Schauspiel in den letzten Jahren ausgesprochen projektlustig geworden. Die Verpflichtung der französischen Choreografin und Theatermacherin Wanda Golonka als Hausregisseurin war dabei programmatisch, denn mit Golonka leistet sich Schweeger die konzertierte Abweichung. Normalen Spielbetrieb sucht man in ihren Installationen, Performances und Inszenierungen meist vergeblich.
Mehr noch als ihre jüngeren Kollegen, die sich in der Außenspielstätte Schmidtstraße austoben dürfen, befragt sie das Theater immer wieder nach seinen Mitteln, Möglichkeiten und Materialien. Und nach seinen Orten – wahrscheinlich kennt inzwischen kaum jemand die Räumlichkeiten des Schauspielhauses und den Grad ihrer Bespielbarkeit besser als Wanda Golonka. In dieser Spielzeit hat sich die Regisseurin für ihre experimentelle Aufführungsserie «EINLADEN» auf die andere Mainseite nach Sachsenhausen in ein kleines Ladengeschäft abgesetzt, um nun aber kurz vor Saisonende doch ins Haupthaus zurückzukehren und mit «Erzählung des Gleichgewichts 4.W» ein neues Projekt und eine neue Irritation zu präsentieren.
Auf den ersten Blick geht es dabei ganz konventionell zu: Das ...
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