Weltgemeinschaft der Wirbeltiere
Die Eiszeit steht vor der Tür, eine Sintflut verwüstet die Erde, aus dem Weltkrieg kehren traumatisierte junge Männer heim und drohen damit, «die halbe Welt» umzubringen. Der amerikanische Schriftsteller (und homosexuelle Christ) Thornton Wilder entwarf solche Horrorszenarien, um ihnen mit gepflegtem Optimismus gegenüberzutreten: «Wir sind noch einmal davon gekommen» heißt sein mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnetes Stück von 1942, in dem die prototypische Kleinfamilie Antrobus nach jeder Katastrophe beherzt noch einmal von vorn anfängt.
Die Mauer ist gefallen, der Kalte Krieg ist ausgekämpft, der Kapitalismus hat auf der ganzen Linie gesiegt. Für den sächsischen Dichter und Dramatiker Heiner Müller, dem das Leben zwischen den ineinander verkeilten ideologischen Blöcken ein Quell der Inspiration gewesen war, ein Horrorszenario: Er reagierte auf den Zusammenbruch der DDR mit einer beherzten Schreibblockade, die er nur noch ausnahmsweise durchbrach, etwa um Helmut Kohls «blühenden Landschaften» ein sarkastisches «In den Zeiten des Verrats/sind die Landschaften schön» entgegenzuhalten.
Gegensätzliche Apokalyptiker
Aus den gegensätzlichen Apokalyptikern Wilder und Müller hat das ...
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Theater heute April 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 10
von Eva Behrendt
Weil man nicht damit rechnet, will man es zunächst nicht wahrhaben. Nur eine gewisse Irritation stellt sich sofort ein: Die Stimmen klingen ein wenig zu laut, wie mit Mikroport, und die ohnehin sparsamen Bewegungen passen nicht immer zum Atemrhythmus der Sätze, bis sich allmählich die Frage ins Hirn drängt: Spricht da überhaupt wer? Am Ende vergewissert man sich...
Fast klingt es wie Schlag, doch SCHAG besteht aus den russischen Anfangsbuchstaben von Schweiz, Avstrija und Germanija, zugleich das russische Wort für Schritt. Als 2011 der vierte SCHAG-Band in Moskau erschien, war das die größte Anthologie neuer deutschsprachiger Dramatik im Ausland: 36 Stücke auf rund 1.800 Seiten. Zehn Jahre zuvor hatte der Leiter des Moskauer...
1./Montag
20.15, arte: Molière Spielfilm (1977) von Ariane Mnouchkine, mit Philippe Caubère, Frédéric Ladonne, Odile Cointepas, Joséphine Derenne u.a.
6./Samstag
21.15, 3sat: Zum 200. Geburtstag von Richard Wagner: Wahnfried. Richard und Cosima Fernsehfilm (1986) von Reinhart
Baumgart, mit Otto Sander, Tatja Seibt, Peter Matic, Christoph Waltz u.a.,
Regie Peter Patzak...
