Weltgemeinschaft der Wirbeltiere

Der nächste Weltuntergang kommt bestimmt: Dimiter Gotscheff inszeniert mit «Leeres Theater» einen Heiner-Müller-Abend, Marco Storman erfüllt den Publikumswunsch nach Thornton Wilders «Wir sind noch einmal davongekommen»

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Die Eiszeit steht vor der Tür, eine Sintflut verwüstet die Erde, aus dem Weltkrieg kehren traumatisierte junge Män­ner heim und drohen damit, «die halbe Welt» umzubringen. Der amerikanische Schrif­tsteller (und homosexuelle Christ) Thornton Wilder entwarf solche Horrorszenarien, um ihnen mit gepflegtem Optimismus gegenüberzutreten: «Wir sind noch einmal davon gekommen» heißt sein mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnetes Stück von 1942, in dem die prototypi­sche Kleinfamilie Antrobus nach jeder Katastrophe beherzt noch einmal von vorn anfängt.

Die Mauer ist gefallen, der Kalte Krieg ist ausgekämpft, der Kapitalismus hat auf der ganzen Linie gesiegt. Für den sächsischen Dichter und Dramatiker Heiner Müller, dem das Leben zwischen den ineinander verkeilten ideologischen Blöcken ein Quell der Inspiration gewesen war, ein Horrorszenario: Er reagierte auf den Zusammenbruch der DDR mit einer beherzten Schreibblockade, die er nur noch ausnahmsweise durchbrach, etwa um Helmut Kohls «blühenden Landschaften» ein sarkastisches «In den Zeiten des Verrats/sind die Landschaften schön» entgegenzuhalten.

Gegensätzliche Apokalyptiker

Aus den gegensätzlichen Apokalyptikern Wilder und Müller hat das ...

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Theater heute April 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 10
von Eva Behrendt

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Suchlauf: TV-Programmhinweise im April

1./Montag
20.15, arte: Molière Spielfilm (1977) von Ariane Mnouchkine, mit Philippe Caubère, Frédéric Ladonne, Odile Cointepas, Joséphine Derenne u.a.

6./Samstag
21.15, 3sat: Zum 200. Geburtstag von Richard Wagner: Wahnfried. Richard und Cosima Fernsehfilm (1986) von Reinhart
Baumgart, mit Otto Sander, Tatja Seibt, Peter Matic, Christoph Waltz u.a.,
Regie Peter Patzak...