We are family
Im Programmheft zu Sibylle Bergs neuestem Beitrag zur Zersetzung bürgerlicher Fassaden bemüht die Bonner Dramaturgie den wertekonservativen Verfassungsrichter Udo di Fabio als entschlossene Gegenstimme: «Die Familie», behauptet er eisern, «ist eine Lebensform des Menschen, ein sozialer Raum der Nähe, von dem aus der Zivilisationsprozess immer wieder erneut seinen Ausgangspunkt nimmt.» Folgt man den beiden Premieren, mit denen das von Kürzungsattacken heimgesuchte Schauspiel Bonn in die Adventszeit startete, besteht begrenzte Hoffnung für diesen Zivilisationsprozess.
Die Familie ist die Keimzelle aller Katastrophen, scheinen Sibylle Berg und Andrew Bovell beweisen zu wollen, der soziale Raum, den sie beschreiben, ist erfüllt von bösartigen Schmähungen (Berg) oder abgründigem Verschweigen (Bovell).
Generationenkonflikt zum Fest
In den Kammerspielen in Bad Godesberg, gleich neben dem Weihnachtsmarkt, verzichtet Bühnenbildner Andreas Freichels fast bis zum Schluss konsequent auf jedes Weihnachtsdekor. Sechs überdimensionierte Halbkreise trudeln in immer neuen Formationen über die schwarze Bühne, verfehlen sich meistens, schließen sich selten zum harmonischen Rund. Sie sind aus ...
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Theater heute Februar 2011
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Barbara Burckhardt
Es war wohl nur eine Frage der Zeit, wann sich Viktor Bodó und seine Szputnik Shipping Company, das russische Raumschiff im Namen, Michail Bulgakows Roman «Der Meister und Margarita» zuwenden würden. Für Voland, den handlungsantreibenden Satan, ist Fliegen kein Problem. Als schwarzer Magier landet er im Moskau der 1930er Jahre und bringt durch seine Teufeleien den...
Was also tun? Theater spielen! Für diese Antwort hat sich die Regisseurin Claudia Bosse entschieden, die in Wien ihr «theatercombinat» mit wechselnden Besetzungen betreibt; ihre jüngste Produktion mit dem Titel «Vampires of the 21st Century oder Was also tun?» wurde
am FFT in Düsseldorf erarbeitet. Es geht um Liebe (bzw. Beziehungen), um parlamentarische...
Doch, das sieht schon verdammt cool aus: Die Bühne soll ein Altersheim darstellen, wirkt aber dank der Rundum-Vergitterung wie die Hochsicherheitszelle für den Joker im Batman-Film «The Dark Knight». Dementsprechend scheint Mephisto in den Schminktopf von Heath Ledger gefallen zu sein, wenn er pferdefußschlurfend mit punkrockerstrubbeligem Blondschopf über die...
