Was tun? Oder nichts tun?
Wer hätte gedacht, dass Shakespeares Hamlet einmal die Herausforderungen einer Weltfinanzkrise bestehen muss? Ausgerechnet Hamlet, einer der ersten dramatischen Europäer, der anfängt, auf offener Bühne über sich nachzudenken und prompt zu keinem klaren Entschluss mehr findet. Ausgerechnet Hamlet, der nicht einmal den Mord an seinem Vater rächen kann, ohne ein ganzes Königreich ins Verderben zu reißen. Ausgerechnet Hamlet, der, wenn er endlich mal zum Degen greift, zielsicher den Falschen absticht.
Andererseits hat die Stückwahl ihren Reiz: Schließlich haben sich gerade die entscheidungsstrotzenden Masters of the Universe von der Wall Street als jämmerliche Versager erwiesen.
Filbingers Stuttgarter Erbe
Der junge Dänenprinz, der nicht so recht weiß, was er tun soll, braucht jedenfalls Orientierung. Und Volker Lösch, immer für eine starke Regie-Hand gut, sorgt in Stuttgart wie gewohnt für klare Perspektiven. Die zündende Schlüsselidee für seine Inszenierung hat er sich bei dem lokalen Bildhauer Peter Lenk ausgeborgt. Lenk, ein figurativer Gestalter mit einem Hang zum Karnevalsscherz, hat schon Martin Walser für seinen Heimatort Überlingen als muffigen Reiter mit ältlichen ...
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Da wollte man Zeit seines Lebens ganz anders werden, und dann das. Lars und Max-Otto Wittershagen stehen einfach nebeneinander und lassen das Bild wirken. Lars ist der Musiker in der Theaterfamilie Sebastian Nüblings und Max-Otto der Vater einer Familie, in die Lars geboren wurde. Jetzt präsentieren sie sich wie in der Zeit versetzte Zwillinge mit imposanten...
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Eigentlich sollte Jürgen Kruse Gorkis «Nachtasyl» inszenieren, doch der Tod Klaus Michael Grübers brachte ihn auf eine andere Idee – die Kombination zweier Stücke, die Grüber an der Berliner Schaubühne inszenierte, als Kruse dort Assistent war: Tschechows frühes Dramolett «An der großen Straße» (1984) und Hölderlins Fragment «Tod des Empedokles» (1975). Kruse war...
