Was fehlt?
Arbeit am Mythos: Thorleifur Örn Arnarssons «Edda», Staatsschauspiel Hannover
Es fehlt ja immer was. Vielen fehlt die Literatur bei der Theatertreffenauswahl 2019, einer Auswahl, die in mehrerer Hinsicht divers ist, heterogen, die zwar nicht alle, aber doch viele Spielarten und Produktionsweisen des zeitgenössischen deutschsprachigen Theaters abdeckt. Denn das ist Theater ja auch: Sichtbarmachen von literarischem Text. Nach Berlin eingeladen sind aber Projekte, Romandramatisierungen, Überschreibungen.
Und vielleicht ist da wirklich etwas verlorengegangen, ein Gespür für den Text, für den literarischen Wert eines Theaterstücks.
Thorleifur Örn Arnarsson und sein Co-Autor Mikael Torfason haben mit «Die Edda» am Schauspiel Hannover ebenfalls eine Überschreibung erstellt, ähnlich wie Simon Stone mit den Strindberg-Dramen in «Hotel Strindberg» oder PeterLicht mit Molières «Tartuffe». Aber etwas ist anders an dieser bildgewaltigen, mythentrunkenen, in seiner Begeisterung für Theatermittel, Handwerk, Maschinerie auch überaus unterhaltsamen Vergegenwärtigung des isländischen Nationalmythos’ «Edda».
Was die Arbeit von Arnarsson und Torfason bemerkenswert macht, ist nicht die Verschiebung ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Mai 2019
Rubrik: Theatertreffen Berlin, Seite 42
von
Die Welt ist eine Vinylscheibe. Eigentlich längst am Ende, aber vielleicht geht ja noch was. Wie in «Das Leben des Vernon Subutex», Virginie Despentes’ fulminanter Roman-Trilogie über Absturz und Auferstehung eines Pleite gegangenen Schallplattenhändlers, der zum DJ-Gott für eine verkrachte Generation um die 50 wird, die den harten Aufschlag ihrer Träume in der...
Aachen, Grenzlandtheater
25. McKeever, Danach
R. Udo Schürmer
Aachen, Theater
2. Küspert, Der Westen
R. Ruth Messing
10. Haidle, Für immer schön
R. Malte C. Lachmann
11. Horváth, Kasimir und Karoline
R. Michael Helle
Altenburg/Gera, TPT
12. Kressin, Als der Herzog über den Herzog herzog (U)
R. Caro Thum
Augsburg, Sensemble Theater
4. Seidel, Frankenstein unlimited (U)
R....
Zu den skurrileren Bräuchen im deutschsprachigen Theater gehört die Auszeichnung des «bedeutendsten und würdigsten» Schauspielers durch den Iffland-Ring. Diesen Ring, der einst dem Schauspieler, Theaterdirektor und Goethe/Schiller-Zeitgenossen August Wilhelm Iffland gehörte, besitzen seine Träger bis zu ihrem Tod, wobei sie ihn nicht mit ins Grab nehmen, sondern...
