Vom Whisky verweht

Tennessee Williams «Die Katze auf dem heißen Blechdach»

Theater heute - Logo

Geht es um Sport und Homosexualität, hat man es auch heute noch mit einem explosiven gesellschaftspolitischen Thema zu tun. Alleine das zeigt, wie weit Tennessee Williams sich vorwagte, als er vor mehr als fünfzig Jahren den Konflikt des Sportreporters Brick während einer Fami­lienfeier zum Köcheln brachte. Man hat sich zu Ehren von Big Daddy versammelt, und da sitzt der ehemalige Footballspieler nun mit seiner kampfeslustigen Maggie im Gästezimmer des Familienanwesens und hat sich zu allem Übel auch noch einen Knöchel gebrochen.

Er kann ihr nicht entkommen und verachtet die Frau, die, seiner eigenen homoerotischen Verstrickung zum Hohn, selbst mit Freund Skipper ins Bett gestiegen war.

Kurz darauf starb Skipper, Brick säuft seither. Maggie kommt nicht mehr an ihn ran, auch nicht hier im Gästezimmer, in das die brüllenden Kinder des älteren Bruders Gooper (Gregor Trakis) und dessen Gattin Mae (Verena Bukal) wie eine Heimsuchung einfallen. Wir sind mitten in einem «Vom Whisky verweht» der bigotten 1950er Jahre. In Mainz inszeniert hat es Sarantos Zervoulakos, der vor zwei Spielzeiten ganz überzeugend John Steinbecks «Jenseits von Eden» für Heidelberg adaptierte und sich jetzt mit ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Juni 2012
Rubrik: Staatstheater Mainz, Seite 58
von Jürgen Berger

Weitere Beiträge
Christopher Schmidt: Da kommt was hoch

Als im Sommer 2009 das Foto eines erstaunlich gut erhaltenen Bugatti Brescia Typ 22 Roadster, Baujahr 1925, um die Welt ging, setzte das die Fantasie in Gang. Dass da eines der schönsten Automobile, die jemals gebaut worden waren, über siebzig Jahre lang auf dem Grund des Lago Maggiore gelegen hatte, konserviert von den Schichten aus Schlamm und Schlick wie die...

Christian Rakow: Die Kunst der Direktheit

Es braucht einen ganz eigenen Humor, um derart entwaffnend zu sein. Da bewegt sich Katrin Wichmann als Witwe Jelena nun schon geraume Zeit in einem Haushalt von verzärtelten, in sich selbst versunkenen Kleinbürgern aus der Feder Maxim Gorkis (Regie: Jette Steckel). Bis mit einem Mal ein ganzer Schwall Verachtung aus ihr herausplatzt: «Was glauben eigentlich all...

Elf Regieschulen

Berlin

Hochschule für Schauspielkunst
«Ernst Busch» Berlin
Belforter Straße 15
10405 Berlin
www.hfs-berlin.de/regie/bewerbungen/
regie@hfs-berlin.de
030 755 417-211

Zugangsvoraussetzungen
Eine besondere künstlerische Begabung, theater­praktische Tätigkeiten, möglichst berufsspezifische Erfahrungen, in der Regel die allgemeine Hochschulreife.
Bei ausländischen Bewerbern die...