Veni, Vidy, Vici
Seit 19 Jahren leitet René Gonzales das Théâtre de Vidy in Lausanne und hat es zu einer in Europa einzigartigen Produktionsstätte gemacht. Das Haus hat kein eigenes Ensemble, aber es produziert und koproduziert unentwegt – bis zu drei Dutzend Inszenierungen sind pro Spielzeit zu sehen, und mit den vielen Gastspielen in aller Welt kommt das Theater auf gut 400 Vorstellungen im Jahr. Viele Regisseure schwören auf Vidy, ziehen es allen anderen Bühnen vor oder arbeiten ausschließlich dort.
Was ist das Geheimnis dieses Orts, der funktioniert wie ein Produktionshaus der Freien Szene, nur in ganz anderen Dimensionen?
Ein temporärer Ort auf Dauer
«Es beginnt mit der Leichtigkeit des Gebäudes, das in Licht gebadet ist», sagt Gonzales, «eine große Bühne in einem fast intimen Saal – alles ist leicht, funktional und dienend. Unsere Philosophie, unsere Arbeitsweise ist wie dieses Gebäude.» Und er zitiert den Satz von Jean Vilar, den er zu seinem Wahlspruch gemacht hat: serviteur oui, valet non. «Wir sind eine kleine, schlagkräftige Truppe, es gibt acht Büros, mehr nicht. Wir bieten ein hochprofessionelles Umfeld, gute Organisatoren, kompetente Techniker, die alles versuchen, um den Traum, ...
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Da wollte man Zeit seines Lebens ganz anders werden, und dann das. Lars und Max-Otto Wittershagen stehen einfach nebeneinander und lassen das Bild wirken. Lars ist der Musiker in der Theaterfamilie Sebastian Nüblings und Max-Otto der Vater einer Familie, in die Lars geboren wurde. Jetzt präsentieren sie sich wie in der Zeit versetzte Zwillinge mit imposanten...
Man braucht nur einige der Katastrophen, nicht einmal alle, zu rekapitulieren, um zu begreifen, dass Edith Gassion, genannt Piaf, den Schmerz nicht anders bewältigen konnte, als ihn sich aus dem Leib zu singen. Von der Mutter früh verlassen, der Vater Alkoholiker, wuchs sie auf den Straßen heran; mit 17 brachte sie eine Tochter zur Welt, die mit zwei Jahren starb....
Eines Tages, sagt er, habe er sich schlagartig verändert. Das muss wohl wahr sein, denn seither ist er ein pathologischer Fall und in Tschechows Menschenpanorama der einzige tatsächlich Depressive. Heute würde der Hausarzt seines Vertrauens ihm ein Medikament zur Mobilisierung der einschlägigen Neurotransmitter verabreichen, und es ginge ihm etwas besser. Zu Zeiten...
