Unter Textgebirgen
Auch nach diesem «Idiot» muss leider die Frage ungeklärt bleiben, ob Dostojewskij, in dessen großen Romantragödien sehr viel geredet wird, fürs Theater taugt. Er wird seit Castorf, der seinen Zyklus 1999 begann, viel gespielt, und es könnte sein, dass er ein verhinderter Dramatiker war, wie Vladimir Nabokov in allerdings gehässiger Absicht meinte. Es könnte aber genauso gut sein, dass es für das Theater ein großes Glück gewesen ist, wenn Dostojewskijs ebenso erhitztes wie endloses Gerede von Glück, Leid und andere Großthemen zwischen zwei Buchdeckeln bliebe.
Die knapp tausend Seiten des «Idioten», Dostojewskijs Roman über die Schönheit, sind da durchaus aufschlussreich. Auf den ersten Blick handelt es sich um einen geschlossenen, realistischen Roman, auf den zweiten zerfällt er in zwei unterschiedliche Teile. Der erste spannt einen geschlossenen Handlungsbogen und genügt auch sonst den Anforderungen des Aristoteles an Ort und Zeit. Der zweite, ungleich längere, zerfasert mit der zunehmenden Fiebrigkeit der Protagonisten zu einer unübersichtlichen Textfläche. Stephan Kimmig hat Stück oder Roman genau an dieser Schnittstelle (nach dem ersten von vier Teilen) durch eine Pause in zwei ...
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Theater heute Januar 2014
Rubrik: Starts/Aufführungen, Seite 26
von Peter Michalzik
Noch einen Tag vor der Premiere machte das Gerücht die Runde, man habe sich bei Leander Haußmanns «Hamlet» auf viereinhalb Stunden Dauer einzustellen. Dreieinhalb waren es dann am Premierenabend tatsächlich. Welcher 60-Minuten-Block ließ sich wohl so folgenlos kurzfristig entfernen?
Gut möglich, dass es «Die Mausefalle» war, das Stück im Stück, das Hamlet...
P { margin-bottom: 0.21cm; }Impressum
Theater heute
Die Theaterzeitschrift im 55. Jahrgang Gegründet von Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Herausgeber: Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion: Eva Behrendt, Barbara Burckhardt, Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Mitarbeit: Marion Schamuthe
Gestaltung: Christian Henjes
Designkonzept: Ludwig Wendt Art Direction
Re...
P { margin-bottom: 0.21cm; }Karin Beiers in, um und über Hamburg hinaus sehnsüchtig erwartete Inszenierung von «Die Rasenden» soll endlich kommen. Die Geburt des Abendlands aus einem Atriden-Gemetzel!
Aus dem «bisweilen leeren Raum», einem Lieblingstopos des Theaters, ersteigt Martin Heckmanns neues Stück «Es wird einmal». Das wird ganz bestimmt, nämlich in...
