Unsichtbare Grenzen
Anfang Mai konnte man den Eindruck gewinnen, ein für alle Glaubensrichtungen zuständiger oberster Gott habe einen gewissen Hang zum Theater und für die Inszenierung eines seiner Dokudramen Israel als Bühne erwählt. Es ging natürlich nicht um Lessings Ringparabel, dafür aber im kleinen Städtchen Shafa-Amer um ein Pantomimefestival. Shafa-Amer liegt im Norden des Landes in den galiläischen Bergen und ist eine jener Siedlungen, in denen sich der große Nahostkonflikt im Kleinen spiegelt.
Christen, Kopten, Araber
In der Stadt leben Araber, Christen und Kopten, keine Juden.
Die Muslime werden als «Israelische Araber» bezeichnet, obwohl sie Palästinenser mit israelischer Staatsbürgerschaft sind. Insgesamt beträgt ihr Anteil an der Bevölkerung ungefähr zwanzig Prozent. Sobald es allerdings ums Geld geht, haben Kommunen mit einem hohen oder ausschließlich arabischen Anteil das Nachsehen. Und in der Kulturpolitik, die laut Proporz eigentlich zwanzig Prozent ihres Gesamtbudgets in arabische Kulturprojekte fließen lassen müsste, gilt die Faustregel, dass vom eigentlich zustehenden prozentualen Anteil nur zwanzig Prozent tatsächlich fließen.
Das gilt auch für Shafa-Amer, wo man seit letztem ...
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Das gibt es also: den geplanten Zufall. Nichts Beiläufigeres, Unangestrengteres, scheinbar Planloseres auf Erden und der Bühne als Ruedi Häusermanns stilles Geräuschetheater, Sinfonien aus Surren und Sirren, Gurren und Girren, Zirpen und Zupfen, als hätte sich ein freundlicher Tinnitus zum Weltgeräusch aufgeschwungen. Und doch liegt dem allen ein zweifellos...
Der israelische Künstler Absalon war ein Architekt der Isolation. Seine penibel weißen «Zellen» besaßen Bett, Schrank, Tisch, Stuhl, Mini-Küche, Hock-Klo und Neon-Licht, und wenn es ein Fenster gab, dann nur als Schlitz. Ob die Abschottung in diesen bewohnbaren Monaden erzwungen oder freiwillig sein sollte, Mönchsklause oder Isolationshaft, ließ Absalon offen....
Ich wollte unbedingt etwas mit dem Theater zu tun haben», sagt sie, und dass sie sich immer mal wieder frage, ob sie statt Theaterstücken nicht doch Romane schreiben soll. Mit dem Theater hat sie seit ihrem vierzehnten Lebensjahr zu tun, als sie in einem Züricher Jugendclub spielte und irgendwann zusammen mit Freunden auch kleine Theatertexte entwickelte. Jetzt,...
