TV-Tipps im Mai
Aufführungen
In Friedenszeiten entwickelt sich das Kasino am Schwarzenbergplatz, seiner Historie durchaus gemäß, zum Geschichts-, Kriegs- und Gewaltforschungsschauplatz der Wiener Burg. Der Flame Jan Lauwers inszeniert dort Albert Camus’ «Caligula», und Intendant Matthias Hartmann fügt seinen «Krieg und Frieden»-Studien «Das trojanische Pferd» in einer Fassung von Amelie Joana Haag hinzu. Camus auch in Stuttgart, wo bei Volker Lösch «Die Gerechten» zum Fürstenmord antreten. Am Schauspiel Köln vertieft Katie Mitchell sich in W. G.
Sebalds englische Wallfahrt «Die Ringe des Saturn» entlang der von Kriegs- und Kolonialismusspuren gezeichneten britischen Ostküste. In Weimar versammelt Konstanze Lauterbach Euripides «Die Troerinnen», Wolfgang Engel setzt am neuen Theater Halle «Othello» in Szene, und in Bochum landet Wolfang Borcherts Beckmann «Draußen vor der Tür» (Regie David Bösch). In Zürich inszeniert Werner Düggelin, wie «Das Glas Wasser» von Eugène Scribe über den Gang der Weltgeschichte entscheidet. Eine andere Art Krieg herrscht in Clare Boothe Luces «Damen der Gesellschaft», deren Krallen Simone Blattner am Staatsschauspiel Dresden wetzt. Claudia Bauer lässt in Chemnitz ...
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Theater heute Mai 2012
Rubrik: TV-Programmhinweise, Seite 66
von
Der Regisseur Vegard Vinge und die Bühnenbildnerin Ida Müller brachten 2009 bei den Festspielen in Bergen ihre dritte norwegische Ibsen-Inszenierung heraus. Für mich wurden diese zehn Tage, an denen die «Wildente» in immer neuen Versionen und Überlängen gespielt wurde, das größte Theatererlebnis meines Lebens. Vieles, was in ihrer jüngsten Berliner Arbeit «John...
Gedanken lesen können nur Wahrsager. Allen anderen bleibt die Literatur, wo sich der innere Monolog großer Beliebtheit erfreut. Der Wiener Autor Xaver Bayer (geb. 1977) etwa begibt sich in seiner 120-Seiten-Erzählung «Wenn die Kinder Steine ins Wasser werfen» (2011) für ein paar Stunden in den Kopf seines Protagonisten und zeichnet in einem einzigen langen Satz...
Sind sie nicht süß, die lieben Kleinen? Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt, wusste Schiller – und Johan Simons hält sich daran. Für Sarah Kanes «Gesäubert» stehen acht ausgewachsene Spielkinder auf der Bühne, die sich ein ganz besonders nettes Spiel ausgedacht haben. Immer wenn es um Liebe geht, muss ein Finger, Hand, Arm, Bein dran glauben....
