Traumpapa Lear
Happy Asia» war das diesjährige «Asia Contemporary Theatre Festival» in Schanghai überschrieben. Fragte man Nick Yu, den verschmitzten wie umtriebigen Festivaldirektor nach dem Motto, fiel die Antwort wellnessmäßig schlicht aus. Er fände, die Menschen seien zu gestresst, zu besorgt um ihr wirtschaftliches Fortkommen, ihren beruflichen Erfolg in der neuen Zeit. Deshalb möchte er, dass sie einmal abschalten können und für einen Theaterabend glücklich sind. Nick Yus Bemühung um «Happiness» ist eine Form von Pionierarbeit im heutigen China.
Das Festival, ursprünglich im japanischen Kobe als «Asian Theatre Festival» gegründet, wurde erstmals vor einem Jahr in Schanghai veranstaltet. Hier entwickelt es sich langsam.
Wie bei so vielen Disziplinen des modernen Lebens, das binnen kurzer Zeit über die chinesische Gesellschaft gekommen ist, fehlt es an der dazugehörigen Infrastruktur. So wie sich Museen für zeitgenössische Kunst ihre Besucher erst heranbilden müssen, mangelt es dem Gegenwartstheater an einem interessierten Publikum; von einer ausgeprägten Kritik ganz zu schweigen. Beim Buhlen um die junge Zuschauerschaft sieht es sich in Konkurrenz zum Fernsehen, was Mitte der neunziger Jahre ...
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So...
