Theater im Kino: Saline, Blatt, Geschlecht
Schade, dass Gerhard Stadelmaier die Verfilmung von Peter Handkes Stück «Die schönen Tage von Aranjuez» durch Wim Wenders nicht mehr im Dienst erlebt. Denn die Verfilmung sieht so aus, wie Stadelmaier das Stück aninszeniert hat in seiner Besprechung der Premiere von 2012: «Man müsste die beiden nur sitzen, sprechen und träumen lassen. Und wenn sie leichthüftig, fast schwebend säßen, klar, innig und geheimnistoll sprächen und noch besser träumten – dann ergäbe sich auf der Bühne alles von allein.»
Darauf setzt nun Wim Wenders’ Film.
Der hat sich ein hübsches Landhaus mit Blick auf Paris gesucht, drapiert Mann und Frau als unklar miteinander verbundenes Paar unter der Pergola des schönen Gartens vom hübschen Landhaus, legt einen – da war doch was – Apfel auf den Tisch zwischen beide und lässt Dialog aufsagen. Oder einträumen oder was immer man an Projektionen mitbringen müsste, um sich den kunstergriffenen Sülz als große Literatur zurechtzubehaupten. Stadelmaier hatte damals schon mal auf Autopilot gestellt, um vorzuführen, wie so was klingen könnte: «Und es wäre Sache phantastischer Regie und Schauspieler, das Sommerliebesmärchen in eine fulminante Atmosphäre von ...
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Theater heute Januar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Matthias Dell
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