#Theater der Vorahmung
Nach jahrhundertealter Ausbeutung von Mensch und Natur werden Utopien, die sich im 21. Jahrhundert zu nichts Geringerem als zur Rettung von Mutter Erde aufschwingen, zum ersten Mal die gegensätzlichsten Gründe aufführen. Der Mensch ist ein Egoist, und er denkt an sein eigenes Wohl. Ja. Der Mensch ist kooperativ und nur darin menschlich, dass er sich ein Gemeinwesen einrichtet, das jedem einzelnen Individuum Respekt schuldet. Ja. Der Mensch braucht für seinen Stoffwechsel mit der Natur nun mal Natur. Nochmals ja.
Der Vorteil ist, dass der Zeitgenosse ungerne noch etwas mit Ideologie zu schaffen haben will (und schon gar nicht mit Ideologiekritik) und sich davon aus den verschiedensten Gründen angezogen fühlt. Der Nachteil, dass es ihm an gemeinsamen Begriffen, Handlungsweisen und Handlungsanweisungen mangelt. Da gilt es, sich in der Kunst, im Theater, vom letzten Glied der Bilder- und Bedeutungsverwertungskette nach vorne zu arbeiten. Wie klingt die Utopie heute? Hinterlassen diese Bilder Spuren auf der Netzhaut? Welche Worte bleiben auf der Zunge liegen, zergehen, ohne schal zu werden?
Gegen die alten und neuen Verteidiger von Höher- oder Mehrwertigkeit qua Geburt, Geschlecht, ...
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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Reale Utopien, Seite 170
von Kevin Rittberger
Richtig einig sind sich die 44 Kritiker, die zu unserer diesjährigen Hitparade beigetragen haben, vor allem in einer Frage: Das Theater des Jahres ist das Maxim Gorki Theater im ersten Jahr der Intendanz von Shermin Langhoff! Eindrucksvolle 15 Kritiker ließen sich von ihrem Berliner Neustart überzeugen, 7 stimmten für den Vorjahressieger Münchner Kammerspiele unter...
Zuerst stellt sich für mich sogleich die Frage, wie der Ort für dieses Traumangebot aussieht. Wo ich bin, ganz real.
Und da tauchen auch schon drei ehrwürdige Hallen auf. Ein Park mit alten Bäumen, einen Biergarten hat es, unmittelbar an einem breiten, langsamen Fluss. Das beeindruckt mich besonders. Ein unbestechlicher Begleiter, Einmitter, Erregungshemmer, der...
Die Schweiz ist ein friedliebendes Land, und Revolten, geschweige denn Revolutionen, sind hier, zumindest in der neueren Geschichte, doch relativ selten. Wenn sie irgendwann aber doch entstehen – wie beispielsweise im Zuge der Jugendunruhen 1968 und in den 80er Jahren –, geschieht dies allerdings mit einer nahezu erschreckenden Vehemenz, die so gar nicht zu diesem...
