Theater aus der zweiten Reihe
Halb elf am Nürnberger Hauptbahnhof hatten wir ausgemacht. Der Schauspieler Andreas Uhse steht vor dem «Info-Center», und von weitem meint man, diese Haltung zu kennen: ein wenig verloren und irgendwie fehl am Platz, allein unter Unzähligen. Der kahle Schädel zuckt immer mal ruckartig wie der Kopf eines aufmerksamen Vogels, die spitze Nase sticht in die Luft, die Ohren wie aufgestellt, die Augen gehen flink und suchen nach einem Halt. Und bei all dem erscheint dieser gleichzeitg neugierig und schüchtern wirkende, schmale junge Mann da unnahbar, verschlossen, verloren.
Als ich ihn das letzte Mal so sah, auf einer ganz anderen Bühne, war er Franz Moor und hatte sich gerade nach allen Regeln des Fremd- und Selbstbetrugs die eigene Zukunft versaut, stand wie ein Haufen Elend, in trüben Gedanken die Welt nach einem Ausweg abtastend, und staunte nur noch stumm über die Ausmaße seiner Einsamkeit.
Und jetzt geht es doch wieder um Zukunft, aber die ist Wirklichkeit und offen. Er hat die Chancen genutzt, und wenn er nun einen Schlussstrich zieht, ist es ein Neuanfang. Nach sechs Jahren am Nürnberger Schauspielhaus macht sich Andreas Uhse gerade auf den Weg ans Ulmer Theater, wo er ab der ...
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Ich wollte unbedingt etwas mit dem Theater zu tun haben», sagt sie, und dass sie sich immer mal wieder frage, ob sie statt Theaterstücken nicht doch Romane schreiben soll. Mit dem Theater hat sie seit ihrem vierzehnten Lebensjahr zu tun, als sie in einem Züricher Jugendclub spielte und irgendwann zusammen mit Freunden auch kleine Theatertexte entwickelte. Jetzt,...
Transportschaden
Der Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin nutzte eine Diskussionsveranstaltung des Berliner Theatertreffens, um unter Verweis auf weiteren Spardruck die besonderen künstlerischen Potentiale der Hauptstadtkultur hervorzuheben: Man könne auch in einer Stadt ohne Theater leben, und wenn es denn unbedingt sein müsse, halt ein Bahnticket kaufen: «Wenn...
Sie möblieren sich ihre Verzweiflung mit einer gemütlichen, potthässlichen Eckcouch-Garnitur, tänzeln am Abgrund ihrer Existenz verzweifelt leichtfüßig wie Hochseil-Akrobaten, sie bewältigen ihre (im Knast) abgesessene Vergangenheit im Schluckspecht-Tempo und betrügen sich mit grellen Wunschvorstellungen um ihre Zukunft – sie sind überhaupt ein paar ganz tolle...
