Taumel d’amour
Nein, «Pommerat» ist keine Champagnermarke. Es klingt nur so. Joël Pommerat kommt auch nicht aus Reims, sondern aus Roanne am Zentralmassiv, wo er 1963 geboren wurde. Sec und gelegentlich extra brut sind seine Stücke, und seit einer Weile ist Pommerat auch so was wie eine Marke im hexagonalen Theaterbetrieb. Seine Theatertexte und Inszenierungen zeigen sich belebend und voller Esprit oder, wenn die Metapher nun schon mal im Glas ist, prickelnd und moussierend, und man kann sich bei all der funkelnden Perlage leicht in ihrer Schwere täuschen.
Das heißt, es kann bei Pommerat schon mal vorkommen, dass der Konsument am nächsten Morgen mit einem brummenden Schädel aufwacht.
Zum Beispiel, wenn er «La Grande et Fabuleuse Histoire du Commerce» gesehen hat: Die großartige und sagenhafte Geschichte des Handels. Hinter dem champagnerisierenden Retrotitel verbirgt sich natürlich alles andere als Glanz und Gloria. In zwei Durchgängen führt Pommerat unbescholtene Normalversager in die Mechanismen der Konsumgesellschaft ein, einmal Ende der 60er Jahre, einmal in den 2000ern. Sie sollen zu Handelsvertretern ausgebildet werden, was man früher halt so als «Klinkenputzer» bezeichnet hat. Sie bilden ...
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Theater heute März 2014
Rubrik: Ausland, Seite 38
von Andreas Klaeui
Aachen, Grenzlandtheater
19. Holmann, Das Interview
R. Philipp Stemann
Aachen, Theater
14. Frisch, Homo Faber
R. Jan Langenheim
15. Ibsen, Peer Gynt
R. Ewa Teilmans
27. Philipp, Kennen lernen (U)
R. Martin Philipp
Altenburg/Gera, TPT
14. Herrndorf, Tschick
R. Anne Keßler
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
30. Fo, Bezahlt wird nicht!
R. Karl Georg Kayser
Baden-Baden, Theater
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«Tja, das war der Drache.» Noch bevor der Vorhang sich öffnet, resümiert Hebbel persönlich (Wolfgang Rüter) die ruhmreichen Taten seines Helden. Des Dichters lässige Vorrede ist amüsant und befremdlich zugleich: Mit seinen Zwergenkämpfen und Drachenblutbädern wirkt der Nibelungenstoff nicht heroisch, sondern altbacken und unfreiwillig komisch. Vielleicht ist er im...
Das neue Gorki brummt. Jeder einzelne Abend sei ausverkauft, strahlt Chefdramaturg Jens Hillje. Das Publikum ist um gefühlte zwanzig Jahre verjüngt. Nicht nur an diesem Abend, zweite Vorstellung von Falk Richters «Small Town Boy», mit dem das sehr gezielte Anpeilen von (riesengroßen) Randgruppen, die das Gorki unter Shermin Langhoffs Intendanz seit November...
