Talkshowtheater
Wie stellen sich die Theater den Zumutungen der Tagesaktualität? In der Flüchtlingskrise wird die Infrastruktur der Stadttheater an vielen Orten genutzt, um politische Diskussionen zu organisieren. Das Schauspiel Köln wählt einen Mittelweg zwischen Kunst und Politik: Nach dem Debattenfeuilleton kommt das Debattentheater.
Ein Katarakt von rasenden Bildern mit religiösen Konnotationen stürmt zunächst auf die Zuschauer ein: Gott und Gewalt gehören in den Medien zusammen. Dann lange Stille. Das Ensemble sieht uns an. Mehr nicht.
Nachdenklichkeit gegen mediale Hysterisierung signalisiert der Beginn von Nuran David Calis’ «Glaubenskämpfer»-Projekt.
Groß ist die Unkenntnis, groß ist der Bedarf an Unterrichtung. Die Religionen kennen sich nicht gegenseitig, und die säkulare Gesellschaft kennt die Religionen nicht. Also braucht man Kundige. Aber keine Verkündigung, sondern Einblicke. Nicht wissenschaftliche Fachleute sind gefragt, sondern Laien, nicht objektivierte Analyse, sondern beobachtbare Authentizität – der jedem Fernsehzuschauer angenehm vertraute Voyeurismus, Menschen zuzusehen, die freiwillig ihre «private parts» entblößen.
Schauspieler fragen, Gläubige antworten
Das ist Calis’ ...
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Theater heute April 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 20
von Gerhard Preußer
Aachen, Grenzlandtheater
20. O’Neill, Eines langen Tages Reise in die Nacht
R. Ulrich Wiggers
Aalen, Theater der Stadt
16. nach Goethe, Open Werther (U)
R. Jonathan Giele
Altenburg/Gera, TPT
8. nach Baricco, Seide (U)
R. Holk Freytag
30. Schiller, Die Jungfrau von Orleans
R. Christian Schmidt
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
3. nach Fassbinder, Angst essen Seele auf
R....
Die Zombifizierung des Menschen im Maschinenzeitalter ist länger schon ein Thema für Claudia Bauer. In Dortmund setzte die Regisseurin Fassbinders «Welt am Draht» um. In Leipzig ließ sie jüngst für Wolfram Hölls «Und dann» Puppenmenschen wie von Radiowellen gesteuert durch ein surreales Erinnerungshaus schlurfen. Unter Pinocchiomasken.
Es ist gefühlt kein weiter...
Ödipus hat eben noch Nachrichten geglotzt. Das Volk rotte sich auf den Straßen zusammen, berichtet er seiner Gattin Iokaste, die zwar eben noch einen Apfel geschält, aber, als Ödipus endlich ins Schlafzimmer tritt, längst die Hoffnung auf einen Sündenfall aufgegeben hat. Sie liegt im Bett, er macht sich bettfertig. Eine Lage zum Vergessen, wer hier der Regent ist...
