Tag der offenen Tür im Knast
Zwei junge Frauen streiten über Politik und Triggertheorie. In Bremen schuften Niedriglohnempfänger in einem Hochregallager, das belegschaftsintern Guantánamo genannt wird. Zeus spricht über den Untergang der Medienkultur. Aus Künstlern werden Journalisten, oder sie machen ein Kunstprojekt im Knast. In «Farbenblinde Arbeit» geht es um unsere Arbeitswelt, die Krise der Printmedien und Wahrnehmungsprobleme, um Kunst im Knast und Kunst als Knast. Und um einen persönlichen Rachefeldzug.
Nach einem Streit über das Programm ihres feministischen Filmclubs schmeißt Michelle ihre Mitbewohnerin Sofie aus der Wohnung. Michelle glaubt, dass man Frauen, die Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt gemacht haben, vor bestimmten Filmen schützen muss, um ih-re traumatischen Erlebnisse nicht erneut auszulösen. Für Sofie ist diese Triggertheorie eine Bevormundung und politisch gesehen Unsinn, weil sie direkte Aktionen verhindert. Sofie ist Künstlerin und arbeitet mit Frauen im Gefängnis an einem Kunstprojekt. Computerprogramme übersetzen die Stimmungen der Frauen in grafische und akustische Objekte. «Affektives Programmieren» nennt sie das. In der aktuellen Debatte über die Privatisierung der ...
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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 176
von Ingoh Brux
Das Bedürfnis, in einen Raum treten zu können, der einen umfasst und umschließt. Eine Art Krankenzimmer, in dem man seine Wunde offenbaren kann.
* Dieser Vorgang des «Wundezeigens» ist wie eine Konfrontation mit der eigenen Vergänglichkeit, und dabei erfährt man gleichzeitig Heilung.
* Ein Raum, in dem ein Ausnahmezustand herrscht, ein Ausnahmeraum, in dem wir...
Die einzige Kirche, die erleuchtet ist, ist eine, die brennt.»
Dieses Stück ist eine Zumutung. Es beginnt mit einer elend langen Hasstirade, dem Monolog einer alternden Frau, bestehend aus anklagenden Hauptsätzen voller Obszönitäten. Es steigert sich zu einer Aufzählung von Psychopharmaka, die in alphabetischer Reihenfolge ausgespuckt werden. Ein präpubertärer...
Starkes Finish beim Theater des Jahres. Vorjahressieger Münchner Kammerspiele
darf sich über einen sehr verdienten zweiten Platz freuen in der vorletzten Saison von Johan Simons, der schon in jungen Jahren geisterhafte Begegnungen mit legendären Münchner Theatergöttern zu bestehen hatte.
Doch das Rennen ums Theater des Jahres machen die Berliner Newcomer am
Gorki...
