Stofftier forever
Wenn man den Punk immer nur so aus geschützten Zuschauerrängen mitbekommen hat oder in den Disconächten besetzter Häuser oder als Erster-Mai-Demonstrations-Touristin in Kreuzberg, fragt man sich ja schon ab und zu ein bisschen, worin denn da wirklich der Reiz besteht. Auch der intellektuelle. Ob sich im Punk Debatten nicht einfach Luft machen oder irgendwann in einen biergetränkten Karneval auflösen.
Ob die Essenz des Punks am Ende nicht einfach in einer Explosion von nicht ganz zielgerichtetem Rebellentum im hypertrophierten Kinderspiel besteht.
Ob sich die Kissenschlacht aus dem Kinderzimmer ins spätere Steineschmeißen hinein verlängert hat. Ob Pippi Langstrumpf, die Rote Zora und all die andern vom Karren der Konventionalität gefallenen Mädchen und Buben gerade deshalb auf ewig an den Schlafzimmer- und Klowänden nostalgischer Altpunks hängen. Und ob man mit Punk überhaupt halbwegs in Würde altern kann, wenn man nicht gerade Vivienne Westwood heißt. Andererseits gibt es derzeit eine wachsende Bewegung angeblich Erwachsener, die tagein, tagaus mit ihren Stofftieren reden, und da hat der Traum vom ewigen Kindsein und vom in die Jahre verschleppten Peter-Pan-Tum dann doch ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Zum Showdown kommt es vor dem allerletzten Akt. Die geladenen Gäste aus Alemanha sind da längst wieder in der Heimat gelandet, und sie haben dem theatralischen Ausflug in die allertiefste, allerheißeste Fremde ziemlich viel Echo verschafft. Erst jetzt, im zweiten Anlauf wenige Tage nach der auch schon leidlich umstrittenen Premiere von Christoph Schlingensiefs...
Die Schlacht beginnt mit offenem Visier: Walter Schmidinger tritt hinter einen Notenständer und liest Schillers klappernden Prolog. Jedwedes Rhythmusproblem wird mit Nichtachtung gestraft, der Text demonstrativ melodisch gesungen. Der alte Mime legt schmelzendes Timbre unter jeden Vers, schwingt ausholend die schon zitternde Hand und geht nach zehn süßlichen...
Es war einmal die Schweiz. Die Schweiz ist ein sehr kleines Land. Seine Medienherde grast zum größten Teil in Zürich, auf engstem Raume. Geheimtipps sprechen sich dort schnell herum, so schnell wie in olympischen Dörfern. So kam es, dass eine junge Frau in den wichtigen Wochenmagazinen beschrieben und gepriesen und zur prominenten Dramatikerin erklärt wurde,...
