Spielwiese der Anspielungen

Wolfram Lotz «Der große Marsch» (U, Alte Feuerwache)

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Würde man tatsächlich alles umsetzen, was sich an Personal im Stück einfindet, sprengte das jeden Theateretat. Wolfram Lotz lässt nicht nur Hamlet, Bakunin, Prometheus, den Arbeitgeberpräsidenten Dieter Hundt und Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann auftreten. Mit dabei sind auch eine Gruppe echter Sozialhilfeempfänger, 21 mongoloide Kinder und 50 Nereïden. Aber nicht genug damit. Gleich zu Beginn des Stücks stößt man auf einen jener Zwangszusammenhänge, in die sich Autoren nur allzu gerne begeben.

Es geht um die Praxis des Stückauftrags und das Scheitern des Autors, wie es auch Nis-Momme Stockmann in «Kein Schiff wird kommen» vorgeführt hat.

Wolfram Lotz nun lässt sich in seinem neuen Stück gleich zu Beginn selbst auftreten
und von einer Schauspielerin befragen, wie das denn sei: Da sei doch dieser Stückauftrag, und das Theater habe gemeint, es solle auf jeden Fall was Politisches sein, so was zum Widerstand. Man ahnt schon da, dass dieser Theatertext keine wie auch immer geartete Geschichte erzählen will. Und da Wolfram Lotz sich dann auch noch dem urältesten Theaterthema zuwendet und das Verhältnis von Wirklichkeit und Fiktion hinterfragt, kommt es, wie es kommen muss: Die Fiktion ...

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Theater heute Juli 2011
Rubrik: Chronik: Theater Saarbrücken, Seite 56
von Jürgen Berger

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