Sieben Stücke für Mülheim
Wenn vom 19. Mai bis zum 9. Juni in Mülheim das Best of deutscher Dramatik in seine
37. Runde geht, wird man tiefe Einblicke in die Keimzelle der Gesellschaft nehmen können:
Das Familienstück ist wieder da. Im ganz großen Stil und Rückblick in Peter Handkes Slowenen-Saga «Immer noch Sturm» (Thalia Theater Hamburg, Regie Dimiter Gotscheff), in den ganz engen Wänden der Kleinfamilie in Anne Leppers «Käthe Hermann» (Bielefeld, Regie Daniela Kranz) und Martin Heckmanns’ «Vater Mutter Geisterbahn» (Dresden, Christopher Frick).
In Roland Schimmelpfennigs von ihm selbst am Wiener Burgtheater inszenierten «Das fliegende Kind» fliegt eine Familie über den Unfalltod eines Kindes auseinander, und René Pollesch erweitert in «Kill your Darlings» an der Berliner Volksbühne die revolutionäre Keimzelle zum Netzwerk.
Hinaus ins Freie haben sich Claudia Grehn und Darja Stocker gewagt, die in Leipzig und Weimar auf der Straße über die Möglichkeiten von Widerstand gesprochen haben und daraus mit Regisseurin Nora Schlocker ein Stück montiert haben: «Zorn und Zärtlichkeit (reicht es nicht zu sagen ich will leben)». Und Philipp Löhle hat sich gleich in die ganz
große weite Welt begeben, auf den Spuren ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute April 2012
Rubrik: Magazin, Seite 71
von
Die Sonne scheint. Das Alpenpanorama leuchtet, freudig läuft der Hund vorneweg, wackelig auf wenig bergtauglichen Schuhen folgt ihm die Frau. Und dann ist da plötzlich – nichts. Ein Nichts, das ein Ende ist. Es geht nicht weiter, obwohl die sich hinabschlängelnde Straße ins Weite zu führen scheint. Denn da ist die unsichtbare «Wand».
In Julian Pölslers...
Gerade noch haben Popjournalisten von Rang die Frage diskutiert, was denn den Hipster, diesen amerikanischen Nachfahr des europäischen Bohèmiens, so ausmacht (u.a. «sehr, wirklich sehr enge und spitz zulaufende Hosen, in die man rein-, nicht aber wieder herauskommt, Pullover mit Rentieren drauf, übergroße und schwarze Hornbrille oder aber das teure Imitat des...
Walter Scheel saß in den 70er Jahren hoch auf der gelben BRD-Kutsche und hat trotzdem nie singen gelernt. Der deutschen Fernsehshow-Industrie war das egal, Scheel durfte das Volkslied «Hoch auf dem gelben Wagen» fürs ZDF verballhornen. Etwa zur selben Zeit gewann Elfriede Jelinek schreibend Abstand von ihrem toten Vater und ist trotzdem nie mit ihm fertig...
