Schmiere de luxe

Wilde/Jelinek «Ernst ist das Leben»

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Der Schottenrock wird weithin unterschätzt. Man hat ihn als sympathische Schrulle lieb gewonnen, nimmt ihn als Kleidungsstück aber nicht weiter ernst. Damit ist jetzt Schluss: Die Protagonisten der Oscar-Wilde-Inszenierung «Ernst ist das Leben» im Akademietheater demonstrieren eindrucksvoll, wie kleidsam und sexy das verkannte Teil sein kann – und wie gut der Kilt mit Sakkos aus Schlangenleder oder Hermelinfell, mit Cowboyhut und sogar Westernstiefeln harmoniert.

Martin Kraemers Kostüme sind der heimliche Star einer Inszenierung, in der an Stars ohnedies kein Mangel herrscht.

Auf der Besetzungsliste stehen fast nur erste Kräfte des Hauses, und für die Stückfassung zeichnet keine Geringere als Elfriede Jelinek verantwortlich. Die Nobelpreisträgerin, die schon Farcen von Feydeau und Labiche übersetzte, hat sich nun (gemeinsam mit der Übersetzerin Karin Rausch) erstmals Oscar Wilde vorgenommen. Das liegt näher, als es scheinen mag: Auch bei Wilde liegt der ganze Witz in der Sprache. In seinem wohl besten Stück «The Importance of Being Earnest» (1894) tut der ziemlich abstruse Plot um die Eskapaden zweier Dandys nichts weiter zur Sache; die Dialoge aber sind zum Teil so aberwitzig ...

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Theater heute April 2005
Rubrik: Chronik, Seite 37
von Wolfgang Kralicek

Vergriffen
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