Ritter im Sauseschritt

Goethe «Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand»

Theater heute - Logo

Rasant geht es los mit Goethes freiheitsdurstigem Ritter von Berlichingen. 22 war er, als er den Ur-«Götz» schrieb, den mit dem Zitat. Klipp-klapp folgen kurze Szenen aufeinander, akzentuiert durch Musik, aus dem Off werden die Orte angesagt, keine Umbauten. Die Einheitsbühne ist wandelbar; ein abstrahierter Säulengang, zwei verschieden tief gesetzte Plattformen sowie Treppen von links und rechts ermöglichen vielfältige, schnelle Auftritte.

 

Aus dem Cinemascope-Drama mit Ritterschlachten, Bauernkrieg und an die 30 Personen wird in der Neckarstadt ein deftig bewegtes Kammerspiel, reduziert, konzentriert auf die Hauptpersonen, 18 Rollen und die stummen Ratsherren gespielt von elf Schauspielern. Ein hoffnungsvoller Anfang des neuen Intendanten Manuel Soubeyrand, der neuen Chefdramaturgin Katrin Enders, beide vormals Chemnitz, und vielen neuen Schauspielern. 

Die junge Regisseurin Bettina Jahnke inszeniert zum erstenmal «im Westen», die junge Bühnen- und Kostümbildnerin Susanne Uhl und einige der Schauspieler kennen den Intendanten noch von der Ernst-Busch-Schule, aus Cottbus oder Chemnitz. Eine neue Mannschaft, die schnell zusammengefunden hat in dieser ersten großen Inszenierung ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Januar 2005
Rubrik: Chronik, Seite 37
von Ulrike Kahle

Vergriffen
Weitere Beiträge
Jenseits der Betroffenheit

Mathieu hätte gerne eine Freundin. Ein durchaus nachvollziehbarer und üblicherweise auch erfüllbarer Wunsch für einen jungen Mann. Doch so einfach ist das nicht in diesem Falle, denn Mathieu ist Zerebralparetiker. Die spastische Muskeltonusstörung fesselt ihn an den Rollstuhl, bereitet ihm Schwierigkeiten beim Sprechen und lässt seine Gliedmaßen unkontrolliert...

Zwiebelsuppe

Der Regisseur Michael Simon hat sich einen Namen gemacht als Maître de Plaisir des Theaters. Er begnügt sich nicht mit den herkömmlichen Guckkastenkonventionen – das werte Publikum soll schon etwas mehr Anteil nehmen am Geschehen, auch physischen; gern wird es auf die Bühne gebeten, um den Schweiß der Schauspieler zu riechen und hautnah strömen zu sehen, es soll...

Sechs Stunden Deutsch

Mehr Patriotismus!» wird jetzt allenthalben von uns verlangt, und es klingt, als sei unser gutes altes Abendland deutscher Nation schwer in der Defensive. Ringsum – und mittendrin – nichts als Parallelgesellschaften und Multikulti, ganz zu schweigen von der islamistischen, terroristischen, fundamentalistischen Bedrohung. Die Gesellschaft, heißt es von Seiten der...