Projekt Weltverbesserung?
Das Haus ist groß und leer, ein white cube aus Rigips mit Satteldach. So gemütlich sehen die Mannschaftszelte von innen aus, die von der Bundeswehr in Katastrophengebieten zur Erstversorgung aufgestellt werden. Nun sprengt die Notunterkunft beinahe die geräumige Bühne des Hamburger Schauspielhauses, und trotz ordentlicher Belegung bleibt noch viel Platz für Neuzugänge. Man kommt von der Seite und aus der ersten Reihe ins «Nachtasyl» 2006. Vor der Revolution ist nach der Revolution: Dafür plädiert Jürgen Gosch mit Maxim Gorki.
Aber bevor die soziale Frage einen 100-Jahres-Sprung wagt, steht im Thalia ein historischer Rettungsversuch auf dem Programm: die gute alte Revolution und ihre kommunistische Praxis.
Sartres «Die schmutzigen Hände» führen tief in den Keller der erledigten Fragen des letzten Jahrhunderts. Darf man für die bessere Zukunft oder auch nur das Wohl der Partei einen Menschen umbringen – und sei er ein verabscheuungswürdiger Abweichler? Und was macht der aufrechte Revolutionär, der für seinen Mord ins Gefängnis gewandert ist, wenn sich nach der Entlassung die Parteilinie geändert hat? Da kann man schon ins Grübeln geraten über Politik und Moral und Verantwortung und ...
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Natürlich führt der Weg nach Potsdam an diesem Abend über Berlin. Wer was zu sagen haben will hinterher, hat als Wegzehrung natürlich jene Fassung von Henrik Ibsens unverwüstlicher «Hedda Gabler» dabei, die Thomas Ostermeier in dieser Spielzeit bereits für die «Schaubühne» fertigte; und die zum Theatertreffen eingeladen wurde. Weil aber das so ist und jeder um...
Einar Schleef war ein Kerrrl, groß, stämmig, kompakt. Er prägte sich ein als eine kräftige Einheit, strahlend von Energie. Jeder Auftritt von ihm war eine Ankunft. In ihm hausten viele Kerle: ein Zeichner, ein Maler, ein Fotograf, ein Bühnenbildner, ein Kostümdesigner, ein Regisseur, ein Choreograf. Dazu: ein Musiker, ein Schreiber, ein Schriftsteller, ein Dichter....
Mit «Sein Dasein war ihm eine notwendige Last. – So lebte er hin» endet Büchners «Lenz». Wollte man die Novelle für die Bühne bearbeiten, müsste man den wahnsinnig exzentrischen, fatalen Charakter in all seiner Widersprüchlichkeit darstellen. Das noch größere Problem wäre allerdings, dass jeder sich fragen würde, warum nicht gleich den «Woyzeck» inszenieren – mit...
