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Meint er das ernst oder ironisch? Der Schauspieler Nils Kahnwald, derzeit München, bald Zürich, hält seine Jokerfigur in «Dionysos Stadt» charmant in der Schwebe. Ein Porträt

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Bevor es richtig losgeht mit der vielstündigen Schlacht der Griechen, der Götter und des olympischem Gedonners, tritt der Schauspieler Nils Kahnwald in der Rolle des Schauspielers Nils Kahnwald an die Rampe der Münchner Kammerspielbühne. Wie ein Boxer trippelt er auf der Stelle und zeigt ein schmales Lächeln. Mit einer merkwürdig hellen, manchmal fast ins Schluchzen abrutschenden Stimme verkündet er: «Ich mag Menschen. Ich mag euch.» Ein paar Sekunden Pause. «In 365 Tagen seid ihr vielleicht schon tot.

» Das sei statistisch gesichert – mindestens zwei, vielleicht fünf der anwesenden Theaterzuschauer würden in den nächsten zwölf Monaten sterben. In zehn Jahren könnten schon fünfzig der Anwesenden tot sein. «An mich wird kaum jemand zurückdenken. In fünfzig Jahren ist die Erinnerung an mich eine Fußnote in einer Doktorarbeit, eine vergilbte Eintrittskarte in einem Schächtelchen auf dem Dachboden.» Kahnwald hebt den Blick und blinzelt in Richtung Scheinwerfer. «Und in hundert Jahren sind wir wirklich alle tot.»

Die Zuschauer wollen Party, doch der Conférencier redet vom Sterbenmüssen. «10 Stunden Antike» sind für die Theatershow «Dionysos Stadt» in den Kammerspielen versprochen, zum ...

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Theater heute Mai 2019
Rubrik: Akteure, Seite 4
von Wolfgang Höbel

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