Pfiffig, liebenswürdig, bissig
Am 16. März starb in Basel im 89. Lebensjahr der Schauspieler Buddy Elias. Sein letzter Hauptberuf war von 1996 an die Präsidentschaft des vom Vater Anne Franks 1963 in Basel gegründeten Fonds. Nach dem Tod seines Onkels Otto Frank betrachtete der Schauspieler die Erinnerung an seine Cousine und deren Geschichte als seine zentrale Lebensaufgabe; er verstand die in ihrem Tagebuch dokumentierte spezifisch jüdische Erfahrungsgeschichte als Aufforderung, sich im Detail mit dem Holocaust und der Geschichte deutsch-jüdischer Familien zu beschäftigen.
Frankfurt am Main, wo er 1925 geboren wurde, war Buddy Elias mehr als eine Heimat, die Stadt war für ihn «eine Umgebung, in der Jüdinnen und Juden mit der Aufklärung aufblühen konnten». Das Hessische blieb seine Muttersprache auch nach der Übersiedlung der Familie 1931 nach Basel. Der hessische Bub besuchte die Schauspielschule am Basler Konservatorium und vervollständigte seine Ausbildung bei Ernst Ginsberg in Zürich. Er debütierte an kleinen Schweizer Bühnen und heuerte schließlich als auf dem Eis tanzender Komiker bei dem Revue-Unternehmen «Holiday on Ice» an. Von 1947 bis 1961 tourte er weltweit als Clown mit kurvenreichen ...
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Theater heute Mai 2015
Rubrik: Nachruf, Seite 68
von Klaus Völker
Weitschweifig holt Chronist Gerrit Jansen in spießiger Buchhalter-Kluft vor dem großen Bühnenkarton aus, um die Wurzeln von Parzivals Menschwerdung zu klären. Ausgiebig werden die rastlosen Abenteuer seines flatterhaften Vaters Gahmuret erzählt, den es stets von den Frauen weg- trieb, ehe noch die Kinder geboren wurden. Erst nach und nach illustrieren leicht...
Nein, dieser Weg ist nicht das Ziel. Eher das Gegenteil, ein zugiger Durchgangsort, an dem jeder, der hier gestrandet ist, so schnell wie möglich weiter will. Man kann das als handfeste Gesellschaftskritik zum Thema Flüchtlingspolitik verstehen oder auch eher poetisch-prinzipiell. «Camino Real», so der Titel von Tennessee Williams’ surrealer Szenenfolge, ist der...
Um kernige Worte war Sewan Latchinian in den letzten Wochen nicht verlegen, wenn er auf die Theaterpolitik im Land Mecklenburg-Vorpommern und in der Hansestadt Rostock zu sprechen kam. «Unsinnig und asozial» nannte der Intendant in einer Ansprache vor der jüngsten «Mahagonny»-Premiere den Bürgerschaftsentscheid, das von ihm geführte Volkstheater um zwei Sparten zu...
