Parkour der Missverständnisse

Yael Ronens «The Situation» am Maxim Gorki Theater verlegt den Nahen Osten nach Neukölln

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Einer springt. Karim, der Palästinenser aus der ummauerten Stadt Qalqilya, aus der es keinen Weg gab ins nahegelegene Tel Aviv, ans Meer. In dieser Festung lernte er Parkour, eine Sportart, in der man sich in den Weg stellende Hindernisse durch Kombination verschiedener Bewegungen so effizient wie möglich zu überwinden versucht: ein Sport, eine akrobatische Fortbewegung, die nicht im Wettstreit praktiziert wird, erklärt Wikipedia.

Jetzt ist Karim in Berlin und stellt sich die Frage: «Will I do the real parcour now? The one you see on Youtube? And not the Qalqilya-parcour of running on buildings, escaping soldiers and bullets? Am I free in Berlin?»

Bin ich frei in Berlin? Das ist eine der vielen Fragen, die in Yael Ronens neuester Kontrahentenzusammenführung «The Situation» gestellt wird. The Situation – das ist die vage Bezeichnung, in der im Nahen Osten Palästinenser wie Israelis die Komplexitäten ihres jahrzehnte­alten Konflikts umschreiben. Jeder für sich, denn die Kontakte zwischen den arabischen Paläs­tinensern, den palästinensischen und israelischen Israelis, ganz zu schweigen von den arabischen Nachbarn Israels sind äußerst rar.

Waren äußerst rar. Denn seit einiger Zeit ...

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Theater heute Oktober 2015
Rubrik: Aufführungen/Festivals, Seite 30
von Barbara Burckhardt

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