Neue Stücke
Arbeit, Arbeit, Arbeit. Als hätten die Berliner Kaffeehaushocker Holm Friebe und Sascha Lobo nie Zeilen in «Wir nennen es Arbeit» geschunden und Marx-Schwiegersohn Paul Lafargue nicht schon vor Ewigkeiten das Recht auf Faulheit eingeklagt, kreist das neue deutsche Drama um seinen Lieblingsfetisch wie die SPD um die Vollbeschäftigung. Tamer Yigit und Branka Prlic erzählen im Jugendstück «Kein Kapital» für das Theater Bremen vom «Markt des Arbeits- und Selbstwerts und den sinkenden Aktien der Menschen darin».
Mit «Menschen bei der Arbeit» hat Henriette Dushe den Retzhofer Literaturpeis 2009 gewonnen; die Uraufführung inszeniert Alexandra Wilke in Chemnitz.
Leute wie Sveta, die Weißrussin, müssen erst einmal heiraten, um arbeiten zu können: Paul Brodowsky erzählt davon in «Lüg mir in mein Gesicht», das Christoph Frick in Freiburg auf die Bühne bringt. Und Sibylle Berg hat nun auch einen Text zur Krise verfasst: Der Stuttgarter Intendant Hasko Weber führt Regie bei «Hauptsache Arbeit!». – Unermüdlich produziert auch die Mecklenburgerin Juliane Kann: Am Schauspiel Frankfurt erscheint das Auftrags-Jugendstück «Bleib mein schlagendes Herz» (R: Daniela Löffner), in Stuttgart bringt Frank ...
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Ganz auf der Höhe der Zeit ist es nicht. Ein Körperscanner wurde nicht installiert auf der Bühne des Düsseldorfer Schauspielhauses, die Justyna Lagowska einer Abfertigungshalle mit Raucherkabine, Gepäckband und Sitzbänken nachgebaut hat. Last Exit: Gefahrenzone. Leben im Wartestand. Denn die Paare und Passagiere heben ihre Häupter gen Himmel, von dem nichts Gutes...
Im Fernsehen spielt Friedrich Gulda Mozart. Er trägt ein buntes Hawaiihemd und hat eine Muslimkappe auf dem Kopf. Gulda könnte, denkt man, weil er im Fernsehen nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen ist, übertreiben. Der Gedanke kommt einem, weil andere klassische Klavierkünstler statt eines Hawaiihemdes meist ein weißes Hemd und einen schwarzen Anzug anhaben....
Lieber, lieber, sehr verehrter Frank Castorf, bitte machen Sie doch einmal in Ihrem Leben eine Inszenierung, die nicht über zweieinhalb Stunden dauert. Ich schwöre Ihnen: Es würde meine Lieblingsinszenierung des Jahrzehnts, mindestens, denn dass Sie eigentlich ein wunderbarer Regisseur sind, das ist Ihrem fünfstündigen «Hofmeister» von und nach J.M.R. Lenz im...
