Foto: Dorothea Tuch / Hebbel am Ufer
Neue Formate: In der Meta-Schleife
Man beschwert sich über Ossi-Witze, Privatfernsehen, Rollkoffer auf Pflastersteinen», intoniert ein engagiertes Sangestrio auf der Bühne des HAU 3 mit einer Inbrunst, als handele es sich mindestens um die Wagnersche «Götterdämmerung». Später finden auch «Großkonzerne», «Lebensmittelhypes», «Touristen» und «Fremdenfeindlichkeit» Eingang in den fidel vertonten Klagekatalog, den die Performer Léonard Bertholet, Tino Kühn und Hannah Müller mit einer selbst für potenzielle Bewegungslegastheniker denkbar niedrigschwelligen Aerobic-Grundschritt-Choreografie unterlegen.
Mit anderen Worten: Alles super-ironisch hier!
Gezeigt wird «Die Wiederentdeckung der Granteloper» aus der Feder der Theatergruppe FUX, die sich vor sieben Jahren während des Studiums der Angewandten Theaterwissenschaften in Gießen zusammengefunden und mittlerweile in die angesagtesten Branchen-Adressen hineinperformt hat: Der Grantelopernabend, mit dem sich FUX jetzt erstmals im Berliner HAU vorstellt, listet so erlauchte Koproduzenten und Geldgeber wie die Münchner Kammerspiele oder den Hauptstadtkulturfonds im Programmzettel auf.
Mindestens genauso bemerkenswert ist das dort nachzulesende (Selbst-)Porträt der namentlich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Februar 2018
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Christine Wahl
Altenburg/Gera, TPT
18. Haugwitz und Kressin, Die große Liebe war es nicht – Die Ruth-Brandin-Story
R. Martina Bode (Altenburg)
25. Frisch, Biedermann und die Brandstifter
R. Angelika Zacek (Altenburg)
Ansbach, Kultur am Schloß
13. Dorfman, Der Tod und das Mädchen
R. Wolfgang Berthold
Augsburg, Sensemble Theater
15. Seidel, Klavierkind
R. Sebastian Seidel
23. Eisenach, Der...
Sophokles’ thebanische Tragödien als dysfunktionale Familiengeschichte zu lesen, ist ein naheliegender Zugriff: Da wird ein Säugling in der Wüste ausgesetzt, weil ihm vorhergesagt wurde, später seinen Vater zu töten. Nach seiner Rettung wächst er bei Pflegeeltern auf. Als die Weissagung wiederholt wird, entschließt er sich, die Pflegeeltern zu ihrem eigenen Schutz...
Es ist eine alte Tradition des Festivals, dass sich der thematische Leitgedanke erst ergibt, wenn alle Produktionen eingeladenen sind», erklärt Programm-Direktor Tomasz Kirenczuk im Gespräch. Diese Vorgehensweise hat sich auch in diesem Jahr bewährt. Passender als «Weiter! Aber wohin?» hätte das Motto der 9. Ausgabe des internationalen Theaterfestivals Dialog, das...
