Nachruf: Luftgeist mit Würde
Silvia Fenz schien sich ausschließlich von Luft und Liebe zu ernähren, so zart und klein sah sie aus. Dabei hatte ihr die Liebe persönlich gar nicht so viel Glück gebracht. Seit ich sie kennengelernt hatte, vor mehr als 20 Jahren, war sie auf der Suche nach ihr und hat sie, die einmal Verlorengegangene, doch nie so richtig wiedergefunden. Vielleicht inhalierte sie auch deswegen die Luft am liebsten vermischt mit etwas Tabakqualm.
«Ich habe keinen Mann, dafür aber meine Zigaretten», sagte sie, als sie schon längst nicht mehr rauchen durfte, und angelte sich dabei eine dieser dünnen Damenzigaretten aus ihrem silbernen Etui, die sie sich formvollendet ansteckte. So oft hat sie das wiederholt, dass sie, die sonst keine Laster hatte (sieht man von dem einen oder anderen Jil-Sander-Teilchen einmal ab), schließlich nicht mehr zu Atem gekommen ist. Und so kann man vielleicht sagen, dass die Liebe, die der Motor all ihren Seins und Schaffens war, ihr schließlich die Luft zum Leben geraubt hat.
So leicht war sie, dass ihr Federgewicht die Schauspielerkollegen auf Proben immer wieder dazu anregte, sie wie eine Staubmaus durch die Luft zu wirbeln. Und so sehe ich sie vor mir, wie sie mit der ...
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Theater heute August/September 2016
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Stefan Bachmann
Aachen, Grenzlandtheater
19.8. Reza, Der Gott des Gemetzels
R. Catharina Fillers
26.9. Steinbeck, Von Mäusen und Menschen
R. Ulrich Wiggers
Aachen, Theater
22.9. Kling, Die Känguru-Chroniken
R. Matthias Fuhrmeister
23.9. nach Haushofer, Die Wand
R. Paul-Georg Dittrich
Altenburg/Gera, TPT
23.9. Brecht/Dessau, Mutter Courage und ihre Kinder
R. Turgay Dogan
23.9....
Ein schmaler Junge eilt entschlossen einer ungewissen Zukunft entgegen. Sein Ziel liegt in Finsternis, unerreichbar womöglich, aber was stört das einen, der die Lederjacke so offen und die Mundwinkel so rebellisch verschlossen trägt. Dass er seinem Gestus der Siebenmeilen-Slowmotion zum Trotz auf der Großen Bühne des Theaters Basel praktisch auf der Stelle...
Oliver Frljic ist ein zorniger Mann. Der Intendant des kroatischen Nationaltheaters in Rijeka hat keine Scheu, auf dem Theater unpopuläre Positionen zu beziehen: In «Aleksandra Zec» zum Beispiel thematisiert er die im postjugoslawischen Kroatien schnell verdrängten Greueltaten an den Serben (hier: an einem 12-jährigen Mädchen und ihren Eltern); er kassiert für...
