Nachrichten aus der politischen Gegenwart

Klassiker von heute in Berlin, Bremen und Hamburg: Michael Thalheimer inszeniert «Die Weber», Herbert Fritsch Hebbels «Die Nibelungen» und Jette Steckel Schillers «Don Carlos». von Franz Wille

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Fast portalbreit und himmelhoch ist die steile Treppe, die Olaf Altmann für Hauptmanns «Die Weber» ins Deutsche Theater getürmt hat. Ein monumentaler Bau in vollkommener Regelmäßigkeit: vier Abteilungen in der Breite, drei in der Höhe, dazwischen zwei kurze Absätze. Ein bisschen sieht sie aus wie eine raumhohe Bücherwand – und so wird sie auch bespielt. Die Schauspieler sitzen meist wohl­arrangiert in klaren Gruppierungen darauf
wie prächtige Editionen. Sie können sogar sprechen.



Hauptmanns «Die Weber» sind nicht nur eine Legende des Naturalismus, uraufgeführt vor 120 Jahren am selben Ort. Sie sind vor allem die Legende eines politischen Theaters, das durch die genaue Abbildung einer skandalösen Realität die unhaltbaren Zustände vor Augen führt und jeden, der nicht völlig herzlos oder machtkorrumpiert ist, von ihrer Unhaltbarkeit überzeugt. Hauptmann hatte aufwändig recherchiert. Er war mehrmals in die schlesischen Hungergebiete gereist und hatte sich vor allem dort umgesehen, wo die meisten preußischen Beamten nie hinfuhren: in entlegene Hungerdörfer, versprengte Flecken aus halbverfallenen, kaum beheizten Katen, wo unterernährte, notdürftig bekleidete Großfamilien rund um die Uhr ...

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Theater heute März 2011
Rubrik: Aufführungen, Seite 30
von Franz Wille

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