Nachrichten aus dem Maschinenraum
Liebes Theater heute,
vielen Dank für Ihren etwas melodramatischen Expeditionsbericht aus dem dunklen Maschinenraum der deutschen Theaterlandschaft im letzten Heft.
Soeben bin ich dem BLB-Bus entstiegen, habe keine 5 Zäpfle intus, kein trauriges Fern-Beziehungs-Gespräch im Herzkreuz. Ich suche nicht von der Kargheit meiner Landesbühnenexistenz gebeutelt auf Bruchsaler Feldwegen torkelnd mein Feldbett. Seltsamerweise befinde ich mich nicht in einer trist-traurigen Lage.
Also was ist mit mir los? Bin ich am Ende gar nicht in Bruchsal engagiert?
Oder fühle ich mich als Ensemblemitglied der Landesbühne Bruchsal durch Ihren Artikel falsch dargestellt? Kommt Ihr Erfahrungsbericht vielleicht von sehr weit oben?
Ich trau mich jetzt mal. Ich habe Spaß am Beruf. Im Ernst. Mitten in Bruchsal. Vieles von Ihnen Geschriebene ist nah an den Tatsachen, Arbeitsbedingungen getroffen, und ja, die Chancen, von irgendwem gesehen zu werden, sind übel. Alles richtig. Doch Suggestiv-Anekdötchen über den existenziellen Unterschied zwischen traurigem Busbier und Avantgardebrause in den hellen Theaterkantinen der wachen Städte bringen keine Erkenntnisse über den qualitativen Unterschied zwischen Stadt- oder ...
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Theater heute August/September 2011
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Markus Hennes
Als wir im Sommer 1968 in unserem vollbepackten Citroën ID 19 über die Autobahn von Frankfurt nach Heidelberg fuhren, war ein stiller Jubel in Elisabeth und mir. «Jetzt fahren wir endlich zu uns», sagte Elisabeth lächelnd. Das Kind lag schlafend auf dem Rücksitz des Wagens, den wir für vierhundert Mark erstanden hatten, weswegen es auch eine seiner letzten Fahrten...
Schade, dass es an diesem Premierenabend keine Liveschaltung in Frank Castorfs Gedanken gab. Zu gerne hätte man gewusst, ob der Intendant seinem ehemaligen Schauspieler Herbert Fritsch den Erfolg gönnt und seinem Haus endlich mal wieder ein enthusiastisch gestimmtes Publikum, ob er im Angesicht der Klamotte in ihrer reinsten Form erstarrte oder sich gar selber...
Die Nasszelle als Ursprungsort epochaler Ereignisse rückt zusehends in den Fokus. «Karrieren werden beim Pinkeln gemacht», erklärte Telekom-Vorstand Thomas Sattelberger kürzlich auf «Spiegel online». Auch Friederike Heller versammelt die Jungs um Revolutionsführer Jean Paul Marat aus Peter Weiss’ «Marat/ Sade» in einer klinischen Edelbadeanstalt (Bühne: Sabine...
