Mühen der Männerwelt
Die Gattungsbezeichnung verrät eine gewisse Unentschlossenheit. «Ein Theaterabend» hat Tom Peuckert sein neues Stück genannt. «Theaterabend» geht eigentlich immer, außer bei Matineen.
«Elende Väter» zeigt, was der Titel verrät: elende Väter. Sieben Männer treten auf, sie finden sich in einem Wartesaal eines mysteriösen Amtes ein und erzählen einander ihre Lebensgeschichten. Einer hat seine Karriere als Kaffeeröster aufgegeben, um seine Frau zum Ultraschall zu begleiten, einer hat eine Zeitmaschine im Keller stehen und reist ab und zu in seine eigene Vergangenheit.
Dabei ist ihm aufgefallen, dass die Frauen vor zwanzig Jahren alle viel leiser gesprochen haben. Einer, der Wurst liebt, wird von Frau und Tochter zu fleischloser Ernährung gezwungen. Und wieder einer trinkt Soja-Latte und trägt einen Babybjörn. Miniaturen aus der Männerwelt, mal witzig, mal bizarr, mal so lala.
Das Stück ist eine Auftragsarbeit für das Theater Bielefeld, das sich seit längerem schon – besonders in seiner kleinen Spielstätte im «Theater am Alten Markt» – der neuen deutschen Dramatik widmet. Peuckert, geboren 1962 in Leipzig, hat für Bielefeld bereits zwei Stücke geschrieben: «Luhmann», eine witzige und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Am Frankfurter Schauspiel gibt es Sprechtheater, Gesangsabende, Performance-Projekte und Installationen, gelegentlich Skandale und manchmal auch Kongresse. Um allerdings ein Ereignis zu erleben, muss man ganz genau in den Spielplan schauen und eine der wenigen Produktionen finden, in denen Friederike Kammer mitspielt. Aber Vorsicht, die Schauspielerin ist ein...
Dass echte Kerle ihre Gefühle zeigen können, beweist der Autor am Schluss, als er zum
Applaus auf die Bühne kommt. Begeistert und überschwänglich umarmt er den Regisseur, die Bühnenbildnerin und jeden einzelnen der Schauspieler, die gerade anderthalb Stunden lang seinen Mikrokosmos der Männerwelt verkörpert haben. Simon Stephens heißt dieser gefühlsbewusste Autor,...
Fünf Darsteller in Alltagskleidern stehen auf einer absolut leeren Bühne, in eigenartigen, deutlich voneinander unterscheidbaren Gesten erstarrt. Einer hält den linken Arm ausgestreckt, als hielte er einen Hirtenstab, eine andere lagert ihm zu Füßen auf dem Boden, den Oberkörper seitlich aufgestützt, ein Dritter steht breitbeinig und mit leicht eingeknickten Knien,...
