Maos Alzheimer
frage: was wird man schon bei einem fünf-minütigen besuch in peking sehen? antwort: zunächst einmal zahlen. ja, jede menge zahlen haben sich schon vor der ankunft vorgedrängt und verstellen einem bei der ankunft die sicht auf die stadt. und es sind nicht etwa mickrige europäische zahlen, nein, hier hat man es immer mit millionen und hunderten millionen, mit milliardenbeträgen zu tun. schon die 20–40 millionen an hungertoten, opfer der verfehlten wirtschaftspolitik maos der späten 50er und frühen 60er, bis zu den 100 millionen wanderarbeiter, opfer der wirtschaftspolitik von heute.
womit wir schon beim nächsten punkt wären: ein volk in ständiger bewegung, könnte man weiterformulieren, um sich dann gleich auf die zunge zu beißen, weil es so verdammt nach deutscher geschichte klingt. und doch, von der innerchinesischen migration wird in den nächsten tagen immer wieder die rede sein, wenn wir uns auf diskussionspodien zusammenfinden, wir dramatiker deutscher, österreichischer und chinesischer provenienz. dann wird sich für mich jede menge innerchinesische vielfalt entfalten, die sich alleine in der anwesenheit des hongkonger dramatikers und theaterleiters poon wai sum, des taiwaneser ...
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