Mainz Staatstheater, TIC
Eine Geschichte immerhin lässt sich erahnen. Zu Beginn geht es um eine Hartz-IV-Kneipe, in der Arbeitslose mittags umsonst saufen können, abends kommen dann die Besserverdienenden und zahlen die Zeche. In der Kneipe wird es Wiersbinskis Theatertext aber schnell zu eng. Also will er raus und sich überall dort heimisch fühlen, wo sein Autor am liebsten ist: in der großen weiten Welt.
Der Städelschüler Wiersbinski ist Performancekünstler und als solcher viel unterwegs.
In einem Grußvideo auf der Homepage des Mainzer Theaters gibt er als Entstehungs–orte für sein irrlichterndes «Autofahrt ins All» Berlin, Mexico City, Los Angeles, die Azoren und einen Schlosspark in Niederösterreich an. Dass sich einem wie ihm die Welt im Vorbeifliegen erklärt, manifestiert sich in seinem Theatertext dergestalt, dass er Menschen nur als Figuren Eins, Zwei und Drei wahrnimmt.
In der Mainzer Uraufführung werden die Bedeutungsträger von Tilman Rose, Mathias Spaan und Pascale Pfeuti gespielt. Drei Schauspieler, die einiges von dem beherrschen, was man in ihrem Job können muss. Irgendwann aber sitzen zwei von ihnen mindestens fünfzehn Minuten nur noch bewegungslos wie Puppen eines barocken Lustspiels ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juli 2012
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Jürgen Berger
Wolfgang Wiens ist tot. Mit ihm ist eine der letzten großen Dramaturgen–persönlichkeiten gegangen. Er war kein Feuilletonist, kein Philosoph, kein Künstler-Bohemien, sah sich nicht als Regisseur (obwohl er gelegentlich als solcher arbeitete), war kein Theaterautor, kein Kunst-Ideologe, kein Weltverbesserer, kein Kurator oder Diskursspezialist. Nein, er leistete als...
Privattheatertage» ist ein eigenartiger Name für ein Festival. Eigenartig, weil «Privattheater» eine ökonomische und keine ästhetische Kategorie ist: Ein Privattheater ist ein Theater in privater im Gegensatz zum Theater in öffentlicher Trägerschaft. Und weil private Träger Geld verdienen wollen, hängt diesen Bühnen der Ruf an, ein leicht verdauliches Programm zu...
Auch Frankfurt tut es!
Bei der Liste der Regieausbildungen in TH 6/12 fehlte unverzeihlicherweise die Mainmetropole Frankfurt, weil sich eine ihrer Mailadressen als toter Briefkasten erwiesen hat. Hier die vollständigen – und funktionierenden – Kontaktdaten!
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst
Eschersheimer Landstraße 29–39
60322 Frankfurt am Main
Tel.: (+49)...
