Luzern: Zone W

Katja Brunner «Man bleibt, wo man hingehört ...»(U)

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Wenn Autoren ihre Wohlstandsheimaten durchbuchstabieren, fällt das in der Regel wenig schmeichelhaft aus. Da bildet die Zürcher Dramatikerin Katja Brunner keine Ausnahme, die der Schweiz unter dem Titel «Man bleibt, wo man hingehört, und wer nicht bleiben kann, gehört halt nirgends hin oder: Eine arglose Beisetzung» eine Art Sündenregister erstellt.

Außergewöhnlich ist bestenfalls die Form: Brunners alpenländischer Verfehlungskatalog reicht tatsächlich von «A wie Anna Göldi» (die als eine der letzten Frauen in Europa der Hexerei bezichtigt und noch 1782 hingerichtet wurde) bis zu «Z wie Zwang». Zwischendurch empfiehlt sich «D wie Dagobert Duck» als Schweizer «Durchschnittsbürger» oder wird «I wie interkultureller Austausch in Form von Afrikapfingsten» vermutlich zu Recht als eurozentristisches Komplettmissverständnis gebashed. (Wobei «X wie Xenophobie» natürlich nur entsteht, «weil es hier so klein ist und gut».)

Abgesehen von diesen 26 verbalen Schweiz-Polaroids, die im Laufe des Abends mehr oder weniger vorbeihuschen (und in Christina Rasts Urinszenierung tatsächlich von einem stilecht katholischen Dorfschulcharme verströmenden Rednerpult aus ins Publikum ...

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Theater heute Januar 2017
Rubrik: Chronik, Seite 50
von Christine Wahl

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