Loheland
Die Wiedervereinigung hat einst als «Zonenrandgebiete» ausgewiesene Landschaften in die Mitte Deutschlands gerückt. Zum Beispiel Teile der hessischen Rhön, die nach dem Mauerfall von Kunst- und Kulturinteressierten neu entdeckt wurden. Nicht nur der Barock, auch die Moderne der Zwischenkriegszeit hat hier Spuren hinterlassen. Etwa Loheland, östlich von Fulda gelegen: eine Siedlung aus kleinformatigen Häusern, die in respektvollem Abstand voneinander mit Rasen, Blumen, dezenten Parkmöglichkeiten in den Wald hineingebaut worden sind. Und zwar unverkennbar in den 1920er-Jahren.
Das Örtchen zählt heute 70 Einwohner und wird von einer anthroposophischen Stiftung genutzt. Lebensreformerische An- und Absichten prägten auch seinen Anfang, denn gegründet wurde es 1919 von zwei Damen, die sich der «ästhetischen Bildung von Frauen» verschrieben hatten. Die Atem- und Bewegungslehrerinnen Louise Langgaard (1883 – 1974) und Hedwig von Rohden (1890 – 1987) gehörten selbst zu den Verfechterinnen kultureller Erneuerung – Aufbruch im Zeichen von Erinnerung und Esoterik. Vor dem Hintergrund zunehmender Rationalisierung, Technisierung, Industrialisierung traten Aktivisten auf den Plan, die eine ...
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Tanz Januar 2019
Rubrik: Traditionen, Seite 56
von Rita Pokorny
Ausstellungen
Berlin: «Kunst.Figur.Kostüm», Ausstellung mit Kostümen aus Oskar Schlemmers «Triadischem Ballett», Akademie der Künste, Hanseatenweg, 17.–24. Jan.; www.bauhausfestival.de
Dresden: «Hellerau – Die Idee vom Gesamtkunstwerk», Festspielhaus Hellerau, bis zum 1. Juli; www.hellerau.org
Gera: «Intermediale Experimente am Bauhaus. Kurt Schmidt und die...
Max Pechstein, bedeutender Vertreter des Expressionismus, wurde 1881 in Zwickau geboren, er starb 1955 in Berlin. Die Kunstsammlungen der Stadt Zwickau verfügen über die größte Sammlung seiner Werke. Wie für viele Künstler des Expressionismus waren auch für ihn die Aufbrüche der Tanzmoderne und die überschäumende Wildheit des frühen Jazz wichtig. Unter dem Titel...
1924. Oskar Schlemmer träumt von einer «absoluten Schaubühne», sein Kollege László Moholy-Nagy von einem «Theater der Totalität». Starke Begriffe, die zwei Bauhaus-Lehrer nutzen. Sie wollen nicht länger bedauernswerte Individuen in angestrengtem Realismus auf der Bühne ansehen. Es solle ein Theater her, in dem der Mensch «als ‹der vollkommene Mechanist› am...
