Loheland
Die Wiedervereinigung hat einst als «Zonenrandgebiete» ausgewiesene Landschaften in die Mitte Deutschlands gerückt. Zum Beispiel Teile der hessischen Rhön, die nach dem Mauerfall von Kunst- und Kulturinteressierten neu entdeckt wurden. Nicht nur der Barock, auch die Moderne der Zwischenkriegszeit hat hier Spuren hinterlassen. Etwa Loheland, östlich von Fulda gelegen: eine Siedlung aus kleinformatigen Häusern, die in respektvollem Abstand voneinander mit Rasen, Blumen, dezenten Parkmöglichkeiten in den Wald hineingebaut worden sind. Und zwar unverkennbar in den 1920er-Jahren.
Das Örtchen zählt heute 70 Einwohner und wird von einer anthroposophischen Stiftung genutzt. Lebensreformerische An- und Absichten prägten auch seinen Anfang, denn gegründet wurde es 1919 von zwei Damen, die sich der «ästhetischen Bildung von Frauen» verschrieben hatten. Die Atem- und Bewegungslehrerinnen Louise Langgaard (1883 – 1974) und Hedwig von Rohden (1890 – 1987) gehörten selbst zu den Verfechterinnen kultureller Erneuerung – Aufbruch im Zeichen von Erinnerung und Esoterik. Vor dem Hintergrund zunehmender Rationalisierung, Technisierung, Industrialisierung traten Aktivisten auf den Plan, die eine ...
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Tanz Januar 2019
Rubrik: Traditionen, Seite 56
von Rita Pokorny
Shell Shock
nannten die Alliierten die posttraumatischen Belastungsstörungen ihrer Rekruten. Im deutschsprachigen Raum kennt man sie unter dem Begriff «Kriegszittern». Wirklich erklärt, geschweige denn geheilt worden ist die «Schüttelneurose» nie – auch das ein Grund für den belgischen Komponisten Nicholas Lens, sich genau hundert Jahre nach Ausbruch des Ersten...
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«Fúria» heißt Ihr neues Stück, Lia Rodrigues. Es ist kein direkter Kommentar zur politischen Situation in Brasilien nach der Wahl des Rechtspopulisten Jair Bolsonaro zum Präsidenten. Aber was bedeutet dieser Wahlsieg für die Künstler in Brasilien und für die Favelas wie Maré in Rio de Janeiro, wo sich Ihr choreografisches Ausbildungszentrum befindet?
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