Letzte Konsequenz
Reinhard Palm war mehr als ein Dramaturg. Er war auch Schriftsteller, Übersetzer, Germanist und zuletzt sogar Yogalehrer. Der 1957 geborene Oberösterreicher studierte in Salzburg, Wien und Jerusalem Germanistik, Geschichte, Philosophie, Völkerkunde, Arabisch und Hebräisch. Seinen Doktor machte er in Germanistik an der Universität Salzburg, wo er über «Pilgerwesen und Orienterfahrung im Spätmittelalter» dissertierte.
Für Universalgelehrte wie Palm gibt es im Grunde nur zwei Optionen: Lehrstuhl oder Dramaturgie.
Er entschied sich für letzteres und war in Freiburg, am Burgtheater (zwei Saisons unter Peymann) und in Bochum engagiert, ehe Achim Benning ihn 1989 als Chefdramaturg ans Schauspielhaus Zürich holte. Als Gerd Leo Kuck dort 1992 Intendant wurde, machte er Palm zu seinem Stellvertreter; in der Spielzeit 1999/2000 schließlich war Palm Interimsintendant, bevor Christoph Marthaler das Schauspielhaus übernahm.
Er korrespondierte mit Autoren wie Elias Canetti und Botho Strauß; Englisch und Französisch beherrschte er wie Muttersprachen; neben Prosa (Julien Gracq) übersetzte er Dutzende Theaterstücke – darunter Komödien von Marivaux oder Feydeau sowie insgesamt neun ...
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Theater heute April 2014
Rubrik: Magazin Nachruf, Seite 68
von Wolfgang Kralicek
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