Leserbrief
Ihr neues Layout, sehr geehrte Redaktion, verliert meiner Ansicht nach gegenüber dem bisherigen. Getreue Leser, besonders so langjährige Leser und Sammler wie ich (mit einem Abonnement von «Theater heute» seit den 60er Jahren) mögen keine Veränderungen einer Zeitschrift, die sie lieben – eben weil sie so ist, wie sie ist. Mein genauer Vergleich vorher/ nachher ergibt einen Verlust an Niveau.
Warum so riesige Farbaufnahmen von Menschen wie du und ich, wie man sie in jeglicher Publikation sieht und überschlägt – vom Wirtschaftsteil der SZ bis zur Apothekerzeitung und sonstwo? Wo ist z.B. der Unterschied zwischen Ihrer männlichen Titelfigur im Oktoberheft und dem Typ, der auf Seite 21, für «Emser Pastillen» wirbt? Soll es vielleicht derselbe sein? Oder im Novemberheft, wo man sich auf Seite 16 überlegt, ob das jetzt eine Werbung für die Deutsche Bahn ist. Wollt Ihr selber zu «Experten des Alltags» werden? Davon gibt es doch schon Millionen. Künstlerisch ist das nicht.
Ebenso wenig wie die Headlines, die in ihrer unruhigen unterschiedlichen Art und Platzierung an einen provisorischen Klebeumbruch erinnern. Besonders hässlich im Novemberheft die Seiten 5, 24 und alle hingepappten und ...
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Es wär’ ja nicht der Rede wert – dass Herr M. vom Berliner Boulevard, wie’s scheint, die eigene Uhr nicht lesen kann; und «Emil und die Detektive» zwei Drittel von drei, also ganze zwei Stunden lang per Video den Gauner Grundeis jagen sah. Und dass Frau B. zwar für die größere Frankfurter Zeitung schreiben darf, hinter der durchaus auch klügere Köpfe stecken, und...
Wir sind nicht in Rom, wir sind nicht in Ägypten, wir sind auch nicht antik, nein, wir sind so jung, so reich, so cool, und wir sitzen in der «Sodom & Gomorrha Show». Genau genommen sitzen wir mit «Antonius und Cleopatra» im Theater Basel. Der Refrain der Pet Shop Boys stampft durch unsere Gehörgänge, und vorn an der Rampe reiht sie sich auf, Cleopatras...
Fünf Darsteller in Alltagskleidern stehen auf einer absolut leeren Bühne, in eigenartigen, deutlich voneinander unterscheidbaren Gesten erstarrt. Einer hält den linken Arm ausgestreckt, als hielte er einen Hirtenstab, eine andere lagert ihm zu Füßen auf dem Boden, den Oberkörper seitlich aufgestützt, ein Dritter steht breitbeinig und mit leicht eingeknickten Knien,...
